Oskar Lafontaine zieht sich aus der Politik zurück

Linken-Politiker Oskar Lafontaine zieht sich nach der kommenden Landtagswahl aus der Politik zurück. Gegenüber der "Welt" bestätigte der 78-Jährige nun das Ende seiner politischen Karriere und holte noch einmal zum Rundumschlag aus:
Oskar Lafontaine will sich im Frühjahr 2022 aus der Politik zurückziehen. Archivfoto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt
Oskar Lafontaine will sich im Frühjahr 2022 aus der Politik zurückziehen. Archivfoto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

Oskar Lafontaine beendet politische Karriere im März

Oskar Lafontaine wird seine politische Karriere im Frühjahr 2022 beenden. Gegenüber der „Welt“ (Freitagsausgabe) bestätigte der Fraktionschef der Linke im saarländischen Landtag, dass er bei der kommenden Landtagswahl am 27. März 2022 nicht mit einer eigenen „Liste Lafontaine“ ins Rennen gehen werde. Die Spekulationen, dass Lafontaine mit eigener Liste antreten könnte, waren nach der Bundestagswahl im September aufgekommen, als der 78-Jährige bekannt gab, dass er nicht mehr für die Linke kandidieren wolle.

„Ich trete nicht mehr an“, erklärte Lafontaine demnach gegenüber der „Welt“. Auf die konkrete Rückfrage, ob das nun das Ende seiner politischen Karriere sei, antwortete er deutlich und unmissverständlich mit „Ja“. Das bestätigte der Fraktionsvorsitzende der Linke inzwischen auch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Warum Lafontaine nicht mehr für die Linke kandidieren will

Als Grund dafür, dass er der Landtagswahl nicht mehr antreten möchte, gab Oskar Lafontaine den Wiedereinzug von Landeschef Thomas Lutze in den Bundestag an. Zwischen den beiden herrscht seit längerem ein öffentlichkeitswirksamer Streit. So wirft Lafontaine Lutze betrügerische Machenschaften bei der Akquise von Mitgliedern vor. Lutze, der nunmehr seit 2009 im Bundestag sitzt, bestreitet die Vorwürfe vehement.

Lafontaine holt noch einmal zum Rundumschlag aus

Lafontaine, der sicherlich nicht als „Mann der leisen Töne“, sondern eher für seine sehr direkte Art bekannt ist, holte im Gespräch mit der „Welt“ noch einmal zum Rundumschlag aus. Er kritisierte vor allem die Parteiführung der Linken in Berlin. „Parteivorsitzende müssen die Flügel zusammenführen und eine Programmatik entwickeln, die alle akzeptieren. Stattdessen verstehen sich die Vorsitzenden als Mitglieder von Strömungen und befeuern seit Jahren den innerparteilichen Konflikt“, beklagte der 78-Jährige.

Deshalb sei die Niederlage bei der Bundestagswahl für ihn keineswegs eine Überraschung gewesen. „Einige der für den Wahlkampf Verantwortlichen – allen voran der Bundesgeschäftsführer – wissen nicht, wie man Wahlen gewinnt“, so Lafontaine. Darüber hinaus kritisierte der Linken-Politiker die Bundesspitze für ihr Agieren in der Impfdebatte sowie den Umgang mit den Parteiausschlussverfahren gegen ihn und seine Ehefrau Sahra Wagenknecht.

Verwendete Quellen:
– Bericht der „Welt“
– Deutsche Presse-Agentur