„Peta“ demonstriert vor Zoos im Saarland gegen Haltung von Menschenaffen

An Samstag und Sonntag (9. -10. Juli 2022) demonstriert die Tierschutzorganisation "Peta" vor den Zoos in Saarbrücken und Neunkirchen. Der Grund: Die Haltung der Menschenaffen.
Peta demonstriert vor den Zoos in Saarbrücken und Neunkirchen gegen die Haltung von Menschenaffen. Foto (SB): Oliver Dietze/dpa-Bildfunk
Peta demonstriert vor den Zoos in Saarbrücken und Neunkirchen gegen die Haltung von Menschenaffen. Foto (SB): Oliver Dietze/dpa-Bildfunk

Am heutigen Samstag (9. Juli 2022) treffen sich Tierschützer:innen der Organisation „Peta“ um 14:00 Uhr vor dem Saarbrücker Zoo, um gegen die Haltung von Menschenaffen zu demonstrieren. Den Protest setzen die Aktivist:innen am morgigen Sonntag (10. Juli 2022) ab 10:30 Uhr vor dem Zoo in Neunkirchen fort. Sie rüsten sich dabei mit Masken, Sträflingskostümen, Bannern und Schildern.

Die Affen verständen die Ausweglosigkeit der Gefangenschaft

Laut Peta durchlebten die Menschenaffen in den Zoos großes Leid. Die Haltung entspreche einer lebenslangen Haft. Die Affen seien evolutionsgeschichtlich unsere nächsten Verwandten. „Primatologen zufolge können sie sich in andere Individuen hineinversetzen und Handlungen für die Zukunft planen„, so Peta. Daher könnten die Menschenaffen in Gefangenschaft auch die Ausweglosigkeit ihrer Lage erkennen.

Eingesperrte Tiere entwickelten Verhaltensstörungen

„Die kognitiv hoch entwickelten Tiere leiden unter dem eintönigen Alltag und der Beengtheit im Zoo“, heißt es im Ankündigungstext. In deutschen Zoos entwickelten die Affen daher Verhaltensstörungen wie Bewegungsstereotypien, Apathie, Essstörungen und Selbstverletzung. Daher kämen in vielen Zoos nachweislich Psychopharmaka zum Einsatz, um die Verhaltensweise zu überlagern.

Auswilderung nahezu unmöglich

Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans würden als lebendige Ausstellungsstücke gezüchtet und gehalten. Die Tierschutzorganisation hält dies für zutiefst unethisch. Menschenaffen, die in deutschen Zoos geboren sind, könnten wichtigste Verhaltensweisen für das Überleben in der Natur nicht erlernen. Daher sei eine Auswilderung so gut wie unmöglich. Die Zucht trage demnach nicht effektiv zum Arterhalt in der Natur bei.

Peta zweifelt zudem am Bildungseffekt. „Besucher betrachten im Zoo lediglich Tiere, die nur ein trauriges, verzerrtes Abbild ihrer frei lebenden Artgenossen darstellen, und lernen dabei nichts über das natürliche Verhalten und die Bedürfnisse der Tiere.“

Die Regeln bei den Peta-Demos

Bei der Demonstration freue sich die Tierschutzorganisation über jede Unterstützung. Jedoch bittet Peta die Teilnehmer:innen Haustiere zu Hause zu lassen, da die Proteste laut, lang und aktuell auch heiß verlaufen könnten. „Zudem bieten z.B. angeleinte Hunde auf Tierrechtsdemos eine zu große Angriffsfläche für mögliche Kritik“. Auch rechte oder sexistische Inhalte, Verhaltens- und Denkweisen seien natürlich unerwünscht. Weitere Informationen auf der Website der Kampagne. 

Verwendete Quellen:
– Peta-Demonstrationen auf Facebook