Philologen: Schüler erhalten ihr Abitur dieses Jahr möglicherweise ohne Abschlussprüfungen

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Abiturprüfungen im Saarland bereits auf Ende Mai verschoben worden. Im Notfall hält die Vorsitzende des Philologenverbandes auch ein Abitur ohne Abschlussprüfungen für möglich. Klar ist laut der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, dass das Schuljahr aufgrund der Unterrichtsausfälle nicht annulliert wird.
Laut Philologenverband ist in diesem Jahr im Notfall auch ein Abitur ohne Abschlussprüfung möglich. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
Laut Philologenverband ist in diesem Jahr im Notfall auch ein Abitur ohne Abschlussprüfung möglich. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
Laut Philologenverband ist in diesem Jahr im Notfall auch ein Abitur ohne Abschlussprüfung möglich. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
Laut Philologenverband ist in diesem Jahr im Notfall auch ein Abitur ohne Abschlussprüfung möglich. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa

Susanne Lin-Klitzing, die Vorsitzende des Philologenverbandes, ist wegen der möglichen Folgen der Corona-Krise ein Abitur ohne Abschlussprüfungen nicht ausgeschlossen. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gab sie an, dass sie das Abitur in diesem Jahr grundsätzlich nicht in Gefahr sehe: „Je nachdem, wie sich die Corona-Situation entwickelt, können die Prüfungen ja auch einfach etwas später durchgeführt werden“.

Abitur zur Not auch ohne Abschlussprüfungen

Sollte auch das nicht möglich sein, gebe es laut Lin-Klitzing auch die Alternative, das Abitur ohne Abschlussprüfungen zu vergeben. Schließlich seien zwei Drittel der Abiturnote bereits durch die Leistungen in den Kursen erbracht. Das letzte Drittel der Note solle eine Prüfungssituation abbilden. „Dafür brauchen wir die Abiturprüfungen aber nicht zwingend. Wir könnten diese Note nämlich auch aus vorherigen Klausurleistungen in den Prüfungsfächern berechnen“, sagte Lin-Klitzing und betonte: „Wir können, wenn es notwendig sein sollte, auch ein Abitur ohne eigene Abiturprüfungen hinbekommen.“

Schuljahr wird auf jeden Fall gewertet

Indessen schließt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig eine Annullierung des Schuljahres wegen den Unterrichtsausfällen aus. Gegenüber dem RND gab sie an, dass das Schuljahr 2019/2020 auf jeden Fall gewertet werde.

Genau wie Link-Kitzling betrachtet auch Hubig das diesjährige Abitur als gesichert: „Für den Fall, dass Abschlussprüfungen gar nicht durchgeführt werden können, wird es eine entsprechende Regelung geben, bei der die gegenseitige Anerkennung auch gesichert ist“, äußerte Hubig. Darauf hätten sich die Kultusminister auf ihrer letzten Sitzung geeinigt. Die Schüler sollten durch die besondere Situation keine Nachteile haben.

Deutscher Lehrerverband ärgert sich über mangelnde Absprachen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger bemängelte derweil, dass es bislang kaum Absprachen zwischen den einzelnen Bundesländern gebe. Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ äußerte er am Dienstag: „Die Abiturienten wollen vor allem Verlässlichkeit. Verschiebungen können im Einzelfall sinnvoll sein. Aber die Länder sollten sich besser abstimmen.“

Auch wenn die Schulen weiter geschlossen sein sollten, müssten Bedingungen geschaffen werden, damit die Prüfungen geordnet und bei Beachtung größtmöglichen Infektionsschutzes stattfinden könnten. Das habe laut Meidinger oberste Priorität, damit die Schüler nicht ein Jahr komplett verlieren.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presseagentur