Polizei schnappt Jugendbande (14-Jährige) im Köllertal: über 100.000 Euro Schaden

„Riegelsberg kann aufatmen!“ Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) einen Fahndungserfolg der Polizei im Köllertal.
Auch für das Demolieren der Haltestelle sei die Bande verantwortlich. Foto: Polizei
Auch für das Demolieren der Haltestelle sei die Bande verantwortlich. Foto: Polizei
Auch für das Demolieren der Haltestelle sei die Bande verantwortlich. Foto: Polizei
Auch für das Demolieren der Haltestelle sei die Bande verantwortlich. Foto: Polizei

Dieser Jugendbande werden Dutzende von Straftaten im Raum Riegelsberg zugeordnet. Als Kern der Gang haben die Beamten drei 14-jährige Jungen ausgemacht. Das Trio habe mehr als 30 Straftaten (Sachbeschädigung, Einbruch, Diebstahl) gestanden, gab die Polizei bekannt. Doch die Jugendbande komme für weitaus mehr Taten in Frage.

Brandstiftung
Zwei der drei Jugendlichen hätten zugegeben, mit dem Brand an der Riegelsberger Lindenschule zu tun zu haben. Dort waren in der Nacht zum 23. Dezember zwei Mülltonnen angezündet worden, die vor dem Eingang der Schule standen. Bürgermeister Häusle bezifferte den Schaden auf etwa 100 000 Euro.

Auf das Konto der Bande geht auch der Einbruch in einen Riegelsberger Schreibwaren- und Tabakladen am 15. Januar, bei dem die Täter unter anderem Zigaretten klauten und später in Saarbrücken zum Kauf anboten, wie die Polizei meldet.

Diebstähle und Beschädigungen
Verantwortlich war die Gruppe auch für die Beschädigung des Vorraums einer Bankfiliale am Walter-Wagner-Platz in der Silvesternacht, für Zerstörungen an Saarbahn-Haltestellen und an der Paketstation am Walter-Wagner-Platz. Ebenso für eine Vielzahl von Diebstählen aus Autos (oft Geldbeutel), um ein paar Beispiele zu nennen.

Wie kam die Polizei den Tätern auf die Spur?
Wie Kriminalhauptkommissar Patrik Siegwart (57) berichtet, gab es den ersten konkreten Hinweis kurz vor Weihnachten, als die Polizei nach einem Pkw-Aufbruch in Riegelsberg drei junge Leute kontrollierte, die einen Notfallhammer aus der Saarbahn mit sich trugen.

Nach dem erwähnten Einbruch in den Schreibwaren- und Tabakladen hätten die Ermittlungen zu den drei Jugendlichen geführt, bei denen auch Diebesgut gefunden wurde, fügt Castor hinzu.

Die Bande
Ihre Taten verübte die Bande in wechselnder Besetzung, mal zu zweit, oft zu dritt und manchmal auch mit fünf oder sechs Beteiligten. Als harter Kern hätten sich die drei Jugendlichen herauskristallisiert, die an Jugendhilfeeinrichtungen überstellt wurden. Zwei seien weiter im Saarland untergebracht, einer jetzt in Rheinland-Pfalz. Bei Letztgenanntem handele es sich um den Anführer der Gruppe.

Ein Antrag auf Haftbefehl sei aus mehreren Gründen nicht erfolgt: weil die 14-jährigen Täter unter das Jugendstrafrecht fallen, weil sie erstmalig in Erscheinung traten und weil die Straftaten trotz des teilweise enormen Schadens wie bei der Brandstiftung an der Lindenschule nicht schwerwiegend genug waren.

Zudem hätten die Täter Reue gezeigt. Und so sprachen sich die beiden Kripobeamten, ebenso wie der Riegelsberger Bürgermeister, dafür aus, auf „Erziehung statt Gefängnis“ zu setzen und den jungen Leuten eine zweite Chance einzuräumen.

Mit Verwendung von SZ-Material (Michael Emmerich).