Polizei warnt vor Welle von Schockanrufen im Saarland

Telefonbetrüger:innen haben bei einem "Schockanruf" in Merzig einen fünfstelligen Betrag erbeutet. Innerhalb eines Tages wurden im Saarland über 50 solcher Anrufe gemeldet. Die Polizei warnt:
Im Saarland ist ein innerhalb eines Tages zu 56 "Schockanrufen" gekommen. Bei einem mit Erfolg. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-Bildfunk
Im Saarland ist ein innerhalb eines Tages zu 56 "Schockanrufen" gekommen. Bei einem mit Erfolg. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-Bildfunk

Am gestrigen Donnerstag (18. August 2022) erhielten 56 Haushalte im ganzen Saarland sogenannte „Schockanrufe“. Erfolg hatten die Betrüger:innen dabei bei einer 82-Jährigen aus dem Raum Merzig. Sie brachten die Frau um einen fünfstelligen Betrag. In zwei Fällen gelang zudem die „Whatsapp-Masche„. Der Schaden betrug dabei über 6.000 Euro.

Vermeintliche Angehörige berichten von folgeschweren Unfällen

Bei den Schockanrufen geben sich Betrüger:innen am Telefon als Verwandte wie etwa Tochter, Sohn oder Enkel aus. Sie berichten dann von einem Verkehrsunfall mit schlimmen Folgen. Daraufhin übernehmen angebliche Polizeibeamt:innen, vermeintliche Staatsanwält:innen oder auch falsche Ärztinnen und Ärzte den Hörer. Diese fordern dann Geld oder auch Wertgegenstände für eine sofort zu stellende Kaution oder eine dringliche OP.

Hilfsbereitschaft, Zeitdruck und Schock verleiten Opfer zur Geldübergabe

Die Schilderungen sollen die Angerufenen – meist ältere Menschen – schockieren und so dazu bringen, Geld oder Wertsachen zu übergeben. Die Betrüger:innen setzen ihre hilfsbereiten Opfer dabei bewusst unter Zeitdruck, um sie zu unüberlegten Entscheidungen zu drängen. Um ihre Geschichte zu untermauern, bestellen die Täter:innen die Angerufenen oftmals in die Nähe von öffentlichen Gebäuden wie Polizeidienststellen, Gerichten oder Krankenhäusern. Dort wartet dann ein Bote oder eine Botin.

So kann man sich vor Trickbetrug schützen

Die Polizei gibt Tipps zum Schutz vor Trickbetrug:

  • Legen Sie auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen!
  • Rufen Sie Angehörige oder die Polizei unter der Ihnen bekannten Nummer an! Nutzen Sie nicht die Rückruffunktion!
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse!
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen!
  • Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!

„Ich bin immer wieder entsetzt, wie schamlos und skrupellos die Betrüger die Hilfsbereitschaft ihrer ahnungslosen, meist älteren Opfer ausnutzen“, so Polizeipräsident Norbert Rupp.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung der Polizei Saarland