Kriminaldirektor

Saarbrücken/Quierschied Vor einer Saarbrücker Strafrichterin müssen sich ab Montag der leitende Kriminaldirektor Christof Baltes und ein Polizeioberrat verantworten. Die Staatsanwaltschaft

Saarbrücken/Quierschied Vor einer Saarbrücker Strafrichterin müssen sich ab Montag der leitende Kriminaldirektor Christof Baltes und ein Polizeioberrat verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Vizerektor und Leiter des Fachbereichs Polizeivollzugsdienst an der Fachhochschule für Verwaltung sowie seinem Kollegen, einem Ex-Dozenten, „schwere Nötigung im Amt“ vor.

Hintergrund der Anklage sind Vorfälle, die sich im Sommer 2017 ereigneten. Damals soll der Verdacht bestanden haben, dass eine Dozentin Polizeistudenten Hinweise zu einer bevorstehenden Klausur gegeben habe. Vier Kurssprecher eines Studienganges, alle Polizeibeamte auf Widerruf, seien deshalb von der Fachbereichsleitung einzeln vernommen worden. Dabei sollen die jetzt Angeklagten ihre „überlegene hierarchische Stellung“ ausgenutzt haben und den Nachwuchspolizisten „gezielt mit Entlassung gedroht haben“. Unter anderem seien sie gedrängt worden, ihre privaten Mobiltelefone zur Auswertung zur Verfügung zu stellen. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage geplant. Neun Zeugen sind geladen.

Rechtsanwalt Jens Schmidt, Verteidiger von Baltes, erklärte, „die Befragung der Studenten erfolgte in einer der Situation angemessenen Form“. Der Ausbildungsprozess, das Ansehen der Polizei sowie die Chancengleichheit für die Studenten seien „in hohem Maße gefährdet“ gewesen. Sein Mandant habe sich „ausnahmslos rechtmäßig verhalten“ und werde sich „mit dem Ziel des Freispruchs verteidigen“.