Wachsen in der Krise: Über den souveränen Umgang mit Belastungssituationen

Homeoffice, fehlende Kontakte, Kurzarbeit: Die Corona-Pandemie strapaziert derzeit Nerven und Durchhaltevermögen von uns allen. Im schlimmsten Fall kann unsere Befindlichkeit darunter so leiden, dass wir krank werden und die Angst unser Leben bestimmt. Dann heißt die Devise: Notbremse ziehen und gegensteuern.

Angst – dieses Gefühl kennt jeder Mensch. Grundsätzlich handelt es sich dabei sogar um ein menschliches Grundgefühl, das ursprünglich eine ganz normale (Schutz-) Reaktion auf Gefahr darstellt. Sie dient dem Menschen dazu,  sich auf drohende Gefahr einzustellen, sie auszuschalten oder ihr zu entkommen. Also grundsätzlich eine positive Beschaffenheit der menschlichen Psyche. Was aber, wenn eine unbegründete Angst überhand nimmt und unser Leben permanent bestimmt und negativ beeinflusst? Im schlimmsten Fall kann eine solche „Angststörung“ einen Menschen lähmen und ihm eher schaden als ihn zu schützen. Wenn dann noch erschwerende externe Faktoren hinzukommen, wie zum Beispiel die derzeitige Corona-Pandemie, können die Ängste zur  persönlichen Krise ausarten und unsere Gesundheit ernsthaft bedrohen.

Laut IKK Südwest-Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth haben sich zum Höhepunkt der Corona-Pandemie im Saarland besonders viele Versicherte der IKK Südwest aufgrund psychischer Erkrankungen krankgemeldet. Angststörungen gehörten dabei zu den häufigsten Diagnosen: Im März und April waren laut Statistik  23 Prozent mehr Versicherte krankgeschrieben als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres –  die Männer waren dabei in der Überzahl (fast 26 Prozent).

Angst vor Isolation und negativen wirtschaftlichen Folgen

„Der überdurchschnittlich starke Anstieg zeigt, dass die seelische Gesundheit der Saarländerinnen und Saarländer zum Höhepunkt der Corona-Krise stark gelitten hat. Ein Erklärungsansatz ist sicherlich, dass neben präventiven Krankmeldungen auch die psychische Belastung durch die Corona-Isolation und diverse Ängste, zum Beispiel vor einer Infektion und natürlich vor den individuellen wirtschaftlichen Folgen, hierzu beigetragen haben“, erklärt Loth. 

Das zeigt also klar, dass Krisen wesentlich zu Erkrankungen der Psyche beitragen. Zumal  auch die negativen Spätfolgen laut Prof. Dr. Loth nicht unterschätzt werden sollten: Seiner Erfahrung nach können sich aus nicht behandelten depressiven  Phasen  und Angststörungen oftmals langfristige psychische Erkrankungen entwickeln. Eine weitreichende Folge könne unter anderem die Entstehung einer Suchterkrankung sein. Vor diesem Hintergrund rät Loth deshalb Betroffenen dringend, einen Arzt oder Psychologen zu konsultieren und auch Termine, die aufgrund der Corona-Pandemie verschoben  wurden, zeitnah nachzuholen. „Es ist daher wichtig, dass die Männer und Frauen im Saarland, die im Zuge der Pandemie Ängste entwickelt haben, sich abgeschlagen fühlen oder auch weitere, für sie ungewöhnliche mentale Verstimmungen an sich beobachten, mit einem Arzt oder Psychologen darüber sprechen, um letztlich Spätfolgen zu vermeiden“, so Jörg Loth. 

Wie kann man die Ängste bekämpfen?

Betroffene können rechtzeitig wirkungsvolle Strategien entwickeln, um Ängste zu überwinden und Krisen oder Stresssituationen zu meistern. Je nachdem, welcher Typ Mensch der Betroffene, reagiert er oder sie in Krisensituationen unterschiedlich:

Der „Resiliente Typ“ (Resilienz = psychische Widerstandskraft) hat in seinem bisherigen Leben die Erfahrung gemacht, dass er mit Krisen gut umgehen und ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen konnte. An ihm perlen Stress und Krisen eher ab. Abstand gewinnt er durch Kompensation nach dem Motto: „Heute tue ich mir etwas Gutes“.

Der „Post-Traumatische-Wachstumstyp“ setzt sich einer Krise oder seinen Ängsten stärker aus. Er sieht darin eine Möglichkeit, persönliche Entwicklungsprozesse anzustoßen und auf diesem Weg sein Leben zu bereichern. Menschen mit diesem Reaktionsmuster entwickeln neue Stärken, entdecken für sich neue Möglichkeiten der Stressbewältigung. Für sie gilt: „Wachsen in der Krise“. Doch egal zu welchem der beiden Typen ein Mensch gehört: Das BGM-Corona-Paket der IKK Südwest hilft ihm dabei, seine persönlichen Superkräfte zu aktivieren und mental fit die Corona-Müdigkeit zu überwinden.

BGM als sinnvolle Maßnahme für Unternehmen

„Wir wissen aus der Grundlagenforschung sowie aus eigenen Forschungen und Studien, dass in allen Menschen die außergewöhnliche Fähigkeit steckt, unter Stressbedingungen zu wachsen. Infolgedessen können Menschen, die Belastungssituationen bewältigt haben, messbar gesünder, leistungsfähiger und sogar deutlich glücklicher werden als Menschen, die eine vollkommen friedliche Zeit verlebt haben“ – das sagt Markus Schmitt Diplom-Psychologe und psychologischer Leiter des Eichenberg Instituts in Koblenz. In Zusammenarbeit mit dem Institut und Dr. Schmitt hat die IKK Südwest deshalb ein  BGM-Corona-Paket entwickelt, das speziell auf die veränderten Arbeits- und Lebensumstände zugeschnitten ist. Es umfasst unter anderem taktische Methoden und Tools zum souveränen Umgang mit Belastungssituationen. Das Miteinander im Team soll so gestärkt und individuelle Stressbewältigungsstrategien  entwickelt werden. Außerdem steht eine Coaching-Hotline für kurzfristige Hilfe und Beratung bereit. „Wir haben die Angebote so konzipiert, dass sie einzeln oder miteinander kombiniert in Anspruch genommen werden können. Die Tools sind abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer“, erläutert Markus Schmitt.

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