Rheumamittel als Hoffnungsschimmer gegen das Coronavirus?

Mit einem Rheumamittel gelang es nun einem Arzt in Italien, durch das Coronavirus erkrankte Patienten zu behandeln. In einer weltweiten Studie soll ab April die Wirksamkeit des Medikamentes "Tocilizumab" erforscht werden.
Bei einigen Patienten führte die Behandlung mit "Tocilizumab" zu positiven Ergebnissen. Symbolfoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa-Bildfunk
Bei einigen Patienten führte die Behandlung mit "Tocilizumab" zu positiven Ergebnissen. Symbolfoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa-Bildfunk
Bei einigen Patienten führte die Behandlung mit "Tocilizumab" zu positiven Ergebnissen. Symbolfoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa-Bildfunk
Bei einigen Patienten führte die Behandlung mit "Tocilizumab" zu positiven Ergebnissen. Symbolfoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa-Bildfunk

„Tocilizumab“ ist ein entzündungshemmender Wirkstoff, der gegen rheumatische Entzündungen eingesetzt wird  – eigentlich. Der italienische Onkologe Paolo Ascierto hatte nämlich die Idee, mit dem Medikament Covid-19-Patienten zu behandeln. Das geht aus einem Bericht von „Deutschlandfunk Kultur“ hervor.

Behandlungserfolge

Der Mediziner habe zunächst zehn Patienten mit „Tocilizumab“ behandelt; sieben davon standen unter künstlicher Beatmung. Bei fünf dieser sieben schwer erkrankten Personen führte die Behandlung zu einer „deutlichen Verbesserung der Atmungsparameter„, zitiert „Deutschlandfunk Kultur“ den Arzt.

Zwei der Patienten können mittlerweile wieder selbstständig atmen, heißt es im Bericht. Und: Die drei noch nicht intubierten Patienten reagierten ebenso mit einer „sehr deutlichen Verbesserung der Atmung„.

Allerdings war bei einer weiteren behandelten Person die Atemnot bereits zu sehr fortgeschritten; sie verstarb kurze Zeit später, heißt es im Bericht. In einem anderen Fall trat durch „Tocilizumab“ keine Veränderung beim Gesundheitszustand des Patienten auf, sagte Ascierto.

Studien sollen Wirksamkeit testen

Nach Angaben von „Deutschlandfunk Kultur“ ist in Neapel bereits eine erste Studie mit dem Wirkstoff angelaufen. Laut Ascierto wurde das Mittel ebenso an 21 Patienten in China getestet – „mit guten Ergebnissen“.

Anfang April soll eine weltweite Studie zu der Wirksamkeit von „Tocilizumab“ initiiert werden. An etwa 330 Coronapatientinnen und -patienten werde das Medikament dann getestet.

Keine „Wunderwaffe“

Trotz der positiven Ergebnisse warnt Paolo Ascierto, so „Deutschlandfunk Kultur“. Das Medikament sei keine „Wunderwaffe“. Sondern eher ein „Schutzschild“, mit dem man das Allerschlimmste verhindern könne.

„Tocilizumab“ helfe wohl gegen eine Komplikation der Erkrankung. Ein Medikament gegen das Coronavirus sei es jedoch nicht.

Verwendete Quellen:
Bericht von „Deutschlandfunk Kultur“

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