Saar-Astronaut Matthias Maurer trainiert für seinen Flug ins All

Der Saarländer Matthias Maurer soll als nächster Deutscher zur Internationalen Raumstation ISS reisen. Aktuell bereitet er sich – unter Corona-Bedingungen – auf den Flug vor. Im All könnte der Astronaut überraschenden Besuch von einem Hollywood-Star bekommen.

Matthias Maurer wird der erste Saarländer im All. Dazu trainiert er nun auch unter Corona-Bedingungen. Symbolfoto: Felix Hörhager/dpa-Bildfunk
Matthias Maurer wird der erste Saarländer im All. Dazu trainiert er nun auch unter Corona-Bedingungen. Symbolfoto: Felix Hörhager/dpa-Bildfunk

Noch fast ein Jahr muss sich Astronaut Matthias Maurer gedulden. Dann bricht der Saarländer zur Internationalen Raumstation ISS auf. 

Saarländer soll Ende 2021 ins All fliegen

Der Flug ist für Ende 2021 geplant. Insgesamt vier Besatzungsmitglieder soll das Spaceshuttle beherbergen. „Ich freue mich natürlich sehr, dass es endlich losgehen wird“, sagte Maurer bei seinem Training in Houston der Deutschen Presse-Agentur. Von Aufregung ist bei dem 50-Jährigen aus St. Wendel derzeit noch keine Spur. „Ich arbeite schon einige Jahre darauf hin, endlich in den Weltraum zu fliegen und glaube, dass ich erst aufgeregt sein werde, wenn ich wirklich auf der Startrampe in der Kapsel sitze.“ 

Sechs Monate auf der Raumstation 

Mit dann 51 Jahren wird der Saarländer der älteste deutsche Raumfahrer bei einem Erstflug sein, der zwölfte Deutsche im All und der vierte Deutsche auf der ISS. Seine Mission trägt den blumigen Namen „Cosmic Kiss“. Der Titel sei „eine Liebeserklärung an den Weltraum“. Sechs Monate lang soll Maurer auf der Station arbeiten und eine Reihe von wissenschaftlich-technischen Experimenten durchführen. Möglicherweise auch bei einem Außeneinsatz im All, nur durch den Raumanzug geschützt. „Das hängt aber von den Installationen und Reparaturen ab, die in den Zeitraum meiner Mission fallen“, erklärt der promovierte Materialwissenschaftler.

Harte Ausbildung durch Corona weiter erschwert

Vor seinem Flug absolvierte der Saarländer eine harte Ausbildung. So musste er etwa in Schweden zum Überlebenstraining bei bitterkalten Temperaturen ohne Schlafsack, Zelt oder Proviant. Er lernte Russisch und Chinesisch. Aber Maurer trifft auch auf eine unvorhergesehene Widrigkeit: „Meine größte Herausforderung ist sicher, gesund durch den Winter und die Corona-Pandemie zu kommen“, erklärt er. Sollte er ernsthaft erkranken, würde er seinen Platz verlieren. „Von daher bereitet Covid-19 mir die meisten Sorgen.“

Derzeit trainiere der Astronaut mit Mund-Nasen-Schutz, sein Privatleben müsse er extrem einschränken. „Ich weiß zum Beispiel gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal in einem Restaurant war. Auch wenn diese hier in den USA geöffnet sind.“ Den Kontakt mit Familie und Freunden werde er auch auf der ISS vermissen. „Aber ich bin sicher, die Erlebnisse im All werden so überwältigend sein, dass ich einen sehr guten Ersatz dafür habe.“ 

Besuch aus Hollywood? Tom Cruise plant Dreharbeiten auf ISS

Vielleicht bekommt der Saarländer dafür während seines Aufenthaltes auf der Raumstation unerwarteten Besuch aus Hollywood. US-Medien zufolge soll Schauspieler Tom Cruise für einen neuen Film Dreharbeiten auf der ISS planen. Maurer befürwortet diese Möglichkeit. Eine Produktion wie diese könne dazu beitragen, dass die Arbeit im All mehr Anerkennung und öffentliche Wahrnehmung erfährt und damit auch mehr Unterstützung durch die Politik. Auch NASA-Administrator Jim Bridenstine zeigte sich erfreut:

Weltraum-Tourismus und Weltraum-Menü

Auch Weltraumtourismus könnte laut Maurer den Zugang der Menschen zum Kosmos erleichtern. Wenn Flüge ins All mittelfristig ähnlich normal würden wie Flugreisen auf der Erde, würde ihn das sehr freuen. Für passendes kulinarisches Angebot wird derzeit auch gesorgt. Als Weltraum-Menü nimmt Maurer Rehragout mit Speck-Rahmwirsing und Hoorische sowie eine saarländische Kartoffel-Riesling-Cremesuppe von Christian Heinsdorf aus der Taverne Perl-Borg mit. 

In 90 Minuten um die Welt

Die ISS umkreist in etwa 400 Kilometern Höhe mit rund 28.000 Kilometern pro Stunde in 90 Minuten einmal die Erdkugel. Etwa ein Dutzend Nationen sind an dem fliegenden Labor beteiligt – neben den USA und Russland vor allem Europäer sowie Japan und Kanada. Seit Ende 2000 bewohnen dauerhaft Raumfahrer die ISS. 

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presseagentur