Rangelei mit Kettensäge und Vandalismus: Streit um Bauprojekt in Scheidt eskaliert

In Scheidt ist der Streit um die Bebauung des Hermann-Löns-Weges eskaliert. Neben Vandalismus soll es auch zu einem Gerangel mit einer Kettensäge gekommen sein.

Das Haus der Sprecherin der Bürgerinitiative wurde zum Ziel für Vandalismus. Fotos: Privat

Seit Monaten sorgt das Bauprojekt am Hermann-Löns-Weg in Scheidt für Streit. Eine Bürgerinitiative will sich gegen die Bebauung wehren, da sie weitere Flächenversiegelung und damit mehr Hochwasser im Wohngebiet fürchtet. Nun ist die Auseinandersetzung eskaliert.

Anzeige wegen Kettensägenangriff

Wie „SR“ und „SZ“ übereinstimmend berichten, gingen in der vergangenen Woche zwei Anzeigen bei der Polizei ein. Zunächst war eine Sprecherin der Bürgerinitiative auf dem Gelände mit einem Abrissunternehmer aneinandergeraten. Dabei soll sich die Frau vor einen Baum gestellt haben, den der Mann mit einer Kettensäge fällen wollte. Es kam zu einem Gerangel. Im Laufe dessen stürzte die Sprecherin den Abhang hinunter. Zudem erfasste die Säge den Ärmel ihres Pullovers. Sie wurde dabei leicht verletzt. Während die Frau von einem gezielten Angriff spricht, geht die Polizei laut „SR“ nicht von einer aktiven Tat aus.

Foto: Privat

Sprecherin wird Opfer von Vandalismus

Im Anschluss an den Vorfall seien die Bauarbeiten vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) stillgelegt worden. Damit war der Streit jedoch noch nicht beendet. In der Nacht auf Samstag wurde das Haus der Sprecherin zum Ziel für Vandalismus. Unbekannte warfen drei Fenster mit Steinen ein. Die Außenmauer und ein Protestplakat beschmierten sie mit blauer Farbe. Laut der Geschädigten liege der Schaden bei mindestens 6.000 Euro.

Stadt wolle Vorfälle aufarbeiten

Die Stadt Saarbrücken wolle die Vorfälle nun aufarbeiten. Dazu soll es zunächst einen Austausch mit Umweltamt, Bauaufsicht und dem LUA geben. Wie der Pressesprecher Thomas Blug dem „SR“ erklärte, sei es inakzeptabel, dass kritische Stimmen mundtot gemacht werden. Bislang liegt für das Bauprojekt mit rund 35 bis 70 Wohneinheiten rund um die sogenannte „Brandvilla“ keine Baugenehmigung vor.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– Eigene Recherche

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