Sulzbachtalbrücke wieder frei für Verkehr – Polizei gibt Entwarnung

Das war knapp: Der Berufsverkehr kann doch wieder rollen. Am Mittwochabend wurde die Sulzbachtalbrücke vollgesperrt. Der Grund: große Betonteile hatten sich von der Brücke gelöst. Polizei und Landesbehörden befürchten Einsturzgefahr. Am späten Abend gab die Polizei die Brücke wieder frei. Experten gaben Entwarnung.

Vollsperrung der Sulzbachtalbrücke aufgehoben
Nachdem Betonteile von der Sulzbachtalbrücke am heutigen Mittwochabend (29. August 2018) abgebröckelt waren, musste die Brücke sowie die darunter liegende Sulzbachtalstraße zwischen Friedrichsthal und Sulzbach-Altenwald für fast zwei Stunden gesperrt werden. Bewohner hatten die heruntergestürzten Betonteile bemerkt.

Experten hatten im Anschluss überprüft, ob bei der Brücke Einsturzgefahr besteht. Die Arbeiten liefen seit etwa 21 Uhr auf Hochtouren, zunächst war unklar, woher die abfallenden Teile genau stammten und ob die Brücke weiterhin tragfähig ist. Die Untersuchungen ergaben: Für die Statik besteht keine Gefahr. Die

Polizei konnte am späten Mittwochabend die Sperrung wieder aufheben. Entwarnung für den Berufsverkehr!

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Die Sulzbachtalbrücke wurde Anfang der 2000er Jahre für 9,7 Millionen Euro instandgesetzt und verstärkt. Ab dem Jahr 2011 führte der Landesbetrieb für Straßenbau eine weitere Sanierung durch. Erbaut wurde die rund ein Kilometer lange Brücke vom 21. März 1966 bis 10. Juli 1969.

Dennoch hat das Saarland weiter Sorgen mit seinen Brücken: Die Fechinger Talbrücke war 2016 mehrere Wochen voll gesperrt und musste wegen Einsturzgefahr umfassend verstärkt werden. Langfristig ist die Brücke nicht mehr zu retten: Sie muss für mehr als 120 Millionen Euro neu gebaut werden. Wie die Sulzbachtalbrücke stammt auch die Brücke bei Fechingen aus den 60er Jahren.

Spiegel: Brücken im Saarland besonders marode

Nach dem Einsturz der Brücke in Genua sind die Behörden bundesweit alarmiert. Viele Brücken im Saarland und in der Bundesrepublik sind sanierungsbedürftig. SPIEGEL ONLINE hatte 2016 einen interaktiven Atlas der sanierungsbedürftige Brücken in Deutschland veröffentlicht. Fazit der Spiegel-Redakteure damals: „Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind die Spitzenreiter in Sachen marode Brücken.“