Inzidenzen über 1.000: Saarländische Corona-Experten rechnen mit deutlichem Anstieg der Corona-Zahlen

Die Omikron-Variante des Coronavirus dürfte in den kommenden Wochen für einen deutlichen Anstieg der Inzidenzen sorgen. Laut den saarländischen Experten Thorsten Lehr und Jürgen Rissland könnten die Krankenhäuser stark belastet werden.
Die neue Variante könnte für deutlich mehr Einweisungen in den Kliniken sorgen. Foto: Daniel Cole/dpa-Bildfunk
Die neue Variante könnte für deutlich mehr Einweisungen in den Kliniken sorgen. Foto: Daniel Cole/dpa-Bildfunk

Die saarländischen Corona-Experten Thorsten Lehr und Jürgen Rissland gehen davon aus, dass die Inzidenzen in Deutschland deutlich ansteigen werden. Pharmazie-Professor Lehr sagte dem „SR“ am Montag (3. Januar 2022), dass er mit Werten im „vierstelligen Bereich“ und einem exponentiellen Wachstum rechne. Die Inzidenz könnte also schon bald auf über 1.000 steigen.

Omikron dürfte für viele Ansteckungen sorgen

Sorge macht den Experten vor allem die Variante Omikron. Sie gilt zwar als weniger gefährlich als beispielsweise die Delta-Variante, ist aber wohl deutlich ansteckender. Laut Lehr könnte es daher in den Kliniken „kritisch werden, wenn gleichzeitig sehr viele Menschen ins Krankenhaus müssen“. Virologe Jürgen Rissland teilt die Einschätzung. Man dürfe sich nicht wundern, wenn die Krankenhäuser volllaufen, wenn man die sechs- oder siebenfache Menge an neuen Infektionen hat, so der Oberarzt, der am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg arbeitet, zum „SR“.

Lehr: Vielleicht 2023 wird es besser

Laut Lehr wird die Corona-Situation vorerst weiter bestehen bleiben. "Ich bin verhalten optimistisch, dass es vielleicht 2023 besser wird, aber 2022 sehe ich noch etwas Anstrengendes vor uns liegen", sagte er dem Rundfunksender. Es müsse mit neuen Varianten gerechnet werden.

Thorsten Lehr arbeitet in der Klinischen Pharmazie. Foto: dpa-Bildfunk

Wird die Quarantäne-Zeit verkürzt?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte zuletzt eine Verkürzung der Quarantäne-Zeit in Aussicht gestellt, damit es in der kritischen Infrastruktur nicht zu großen Ausfällen kommt. Darüber sollen die Ministerpräsident:innen am Freitag zusammen mit der Bundesregierung beraten. Lehr hält eine Verkürzung auf sieben bis zehn Tage für realistisch, sagte er im Interview. Rissland empfiehlt, die Quarantäne nur für bestimmte Gruppen zu verkürzen, zum Beispiel bei Geboosterten oder Personen, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten.

Rissland ist Virologe und arbeitet am Universitätsklinikum des Saarlandes. Foto: BeckerBredel

Verwendete Quellen:
- Saarländischer Rundfunk
- eigener Bericht