„Sterben auf Raten“: Gastro- und Eventbranche im Saarland kritisieren neue Corona-Regeln hart

Ausbleibende Gäste, Umsatzeinbußen, Schließungen: Die Gastro-Betriebe und die Eventbranche im Saarland befürchten, dass die am Donnerstag in Kraft tretenden Corona-Regeln weitreichende Auswirkungen haben - und zwar im negativen Sinne. Das sind einige Stimmen dazu:
Clubs und Diskotheken im Saarland müssen wieder schließen. Symbolfoto: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe
Clubs und Diskotheken im Saarland müssen wieder schließen. Symbolfoto: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Bereits am Donnerstag (2. Dezember 2021) treten mit der neuen Rechtsverordnung im Saarland Verschärfungen der Corona-Regeln in Kraft. Etwa der Betrieb von Discos und Clubs wird untersagt. Im Innenbereich, beispielsweise in der Gastronomie, bei körpernahen Dienstleistungen und Freizeitaktivitäten, gilt ab dann die 2G-Plus-Regelung.

Die beschlossenen Maßnahmen stoßen bei den Saar-Betrieben allerdings nicht nur auf Verständnis. An einigen Stellen wurde auch Kritik daran laut.

Saar-Betriebe kritisieren Verschärfungen der Corona-Regeln

Auf Instagram äußerte sich unter anderem das Wirtshaus „Hilde & Heinz“ in Saarbrücken dazu. „Die neuen Maßnahmen fühlen sich nach einem Lockdown auf dem Rücken der betroffenen Betriebe an. Immer mehr Auflagen und Maßnahmen bedeutet für uns ein Sterben auf Raten„, hieß es in diesem Zusammenhang. Die neue 2G-Plus-Regel werde „weitere Umsatzeinbußen nach sich ziehen und viele Unternehmen der betroffenen Branchen in die Zahlungsunfähigkeit bringen“. Die genannten Forderungen: „1. Konsequenter Lockdown, um wirklich was zu bewirken“ und „2. Entschädigung der geschädigten Betriebe und vor allem der Mitarbeiter“.

 

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Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) antwortete: „Mir ist völlig klar, dass die Situation und die Umstellung auf 2G+ für euch erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringt“. Keine gute Lösung wäre seiner Auffassung nach allerdings „ein Lockdown nur im Saarland„. Hans weiter: „Alle Unternehmen im Land bekommen weiterhin Wirtschaftshilfen vom Bund„. Dafür reiche ein „coronabedingter Rückgang von 30 Prozent aus“ – nicht nötig sei für die Hilfen hingegen eine „formale Schließung“.

Die Facebook-Seite „Perl Events“ teilte am späten Mittwochabend mit: „Nachdem es jetzt ein ‚Mega-Corona-Durcheinander‘ gibt, haben ‚wir‘ uns dazu entschlossen, das Glühweinfest abzusagen!“ Am Schluss werde die „Verantwortung auf die Veranstalter abgewälzt„, so das Argument. „Bevor wir noch mehr Energie, Zeit und auch Geld investieren, schmeißen wir lieber hin“.

Große Befürchtungen äußerte die Junior-Chefin des Restaurants „La Bastille“ in Saarbrücken gegenüber der „Bild“-Zeitung. Bereits jetzt habe der Betrieb mit „massenweise Absagen an Reservierungen zu kämpfen“, hieß es. Alleine in den vergangenen zwei Wochen hätte es 50 Prozent weniger Umsatz gegeben als im Vergleich zu den letzten Jahren. „Die Laufkundschaft wird uns mit der 2G-Plus-Regel so gut wie komplett wegbrechen“, wird die Junior-Chefin zitiert.

Dehoga: „Es ist ein wirtschaftliches Desaster“

Der „SZ“ sagte Frank Hohrath, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Saarland: „Es ist ein wirtschaftliches Desaster und quasi ein Lockdown durch die Hintertür für die Gastronomie“. Auch bezeichnete Hohrath die verschärften Regelungen als „Booster für die Stornowelle der Weihnachtsfeiern„.

Weitere Stimmen und das gesamte Gespräch mit Frank Hohrath gibt es auf saarbruecker-zeitung.de zum Nachlesen. Hinweis: Der Beitrag gehört zum „SZ+“-Angebot der Saarbrücker Zeitung. Um diesen zu lesen, müsst ihr euch ggf. registrieren oder eine Bezahloption wählen).

Verwendete Quellen:
– eigene Recherche
– eigene Berichte
– Saarbrücker Zeitung
– Bild Saarland