„5-Euro-Rückkehr“ von Sonnenblumenöl sorgt für Ärger bei den Kunden

Schon seit Wochen ist Sonnenblumenöl Mangelware in den deutschen Supermarktregalen. Lässt sich das Produkt dann doch bei "Aldi", "Edeka" und Co. finden, so liegt der Preis je Flasche oftmals im Bereich von fünf Euro oder mehr. Während der Handel vor Herausforderungen bei der Beschaffung steht, ärgern sich die Kund:innen.
Die Literpreise für Sonnenblumenöl sind in vielen deutschen Supermärkten stark gestiegen. Foto: Twitter/De Barbe
Die Literpreise für Sonnenblumenöl sind in vielen deutschen Supermärkten stark gestiegen. Foto: Twitter/De Barbe

Sonnenblumenöl bleibt Mangelware

Mitte April hatte der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrien („Ovid“) prognostiziert: Auf absehbare Zeit werde Sonnenblumenöl für Verbraucher:innen, Gastronomie und Lebensmittelhersteller Mangelware bleiben. Hintergrund ist der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Fachleute erwarten vorerst keine Verbesserung der Situation, hieß es zu dem Zeitpunkt. Die Ukraine sei der größte Lieferant für Sonnenblumenöl. Mehr als die Hälfte der weltweiten Exporte des Speiseöls komme aus dem osteuropäischen Land. „Das wird sich auf absehbare Zeit nicht verbessern“, so „Ovid“ vor etwa zwei Wochen.

Gestiegene Preise

Derweil bekommen sowohl Verbraucher:innen als auch Gastronomie zu spüren, dass die Kosten für Speiseöle in die Höhe schießen. „Wir sehen auf jeden Fall, dass die Preise für Speiseöle drastisch angestiegen sind“, äußerte sich etwa der Landesgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga zur Lage.

Medienberichten zufolge wird in den deutschen Supermärkten seit Kurzem wieder Sonnenblumenöl angeboten – wenn auch unter Einhaltung bestimmter Abgabemengen. Einen weiteren Haken gibt es aber auch noch.

„5-Euro-Rückkehr“ von Sonnenblumenöl

Wie etwa aus einem Bericht des „Trierischen Volksfreunds“ („TV“) hervorgeht, erklimmt der Preis für Sonnenblumenöl beim Discount-Marktführer „Aldi“ neue Preishöhen. Seit Kurzem sei dort Sonnenblumenöl der Marke „Ondosol“ erhältlich. „Der Preis pro Flasche: 4,99 Euro“, heißt es im Medienbericht. Zuvor soll das mittlerweile ausverkaufte Sonnenblumenöl der „Aldi“-Eigenmarke bei 3,20 Euro je Liter gelegen haben. Im Januar befanden sich die Preise bei etwa einem Euro pro Flasche.

Laut „Business Insider“ stehe „Aldi“ mit der Preiserhöhung nicht alleine da. „Auch Rewe erhöht die Preise“, hieß es. Sonnenblumenöl der Marke „Thomy“ koste dort auf den Literpreis gerechnet 5,05 Euro – wenn es denn erhältlich ist. Das Saar-Unternehmen „Globus“ führt momentan auch teures Sonnenblumenöl, berichtet die „SZ“. Ein Liter der Marke „Herr Edelmann“ werde für 4,99 Euro verkauft.

Ein weiteres Problem mit Blick auf die Verfügbarkeit: Hamsterkäufe. Das berichtet unter anderem das Portal „Der Westen“. Ein Frankfurter Filialleiter von „Aldi-Süd“ soll demnach gesagt haben: „Sonnenblumenöl ist das neue Klopapier“. Klar ist auf jeden Fall: Über die „5-Euro-Rückkehr“ des Sonnenblumenöls ärgern sich die Supermarkt-Kund:innen.

Preisexplosion verärgert Kunden

Der Unmut der Kund:innen über die hohen Preise schlägt sich beispielsweise in den sozialen Medien nieder. Auf „Twitter“ schrieb ein Nutzer: „Übrigens, wer #Sonnenblumenöl sucht, bei mir um die Ecke an der Tanke ‚im Angebot‘ für nur 4,99 EUR, der Markt regelt!“ […] Früher hätte es da schnell gehießen „Ist ja wie Im Osten hier!'“. An andere Stelle ist zu lesen: „#Sonnenblumenöl, die #NFTs der analogen Welt.“

Wie geht es weiter?

„Focus Online“ zufolge dürfte der Mangel an Sonnenblumenöl zumindest teilweise der Vergangenheit angehören. In einigen „Aldi“-Filialen soll etwa das Speiseöl der Marke „Ondosol“ mittlerweile zum Standard-Sortiment gehören. Dafür müssen Kund:innen aber auch knapp fünf Euro für den Liter bezahlen. „Blickt man auf den Verkaufspreis des Speiseöls bei Aldi vom Januar 2022, liegt der Preisaufschlag bei 550 Prozent“, heißt es im Medienbericht.

Grundsätzlich sei jedoch nicht zu beantworten, wann das Produkt in den deutschen Supermärkten wieder beständig erhältlich sein wird. Womöglich könne sich die Lage „in den nächsten Monaten“ beruhigt haben. Bis dahin sei weiter von Engpässen auszugehen – und nicht nur das. Kenner:innen der Branche rechnen mit weiterhin steigenden Preisen.


Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur
– Trierischer Volksfreund
– Der Westen
– Stuttgarter Nachrichten
– Business Insider
– Focus Online
– Twitter
– Facebook