Erneute Galeria Insolvenz – Was passiert mit Trierer Filialen?

Die Warenhauskette Galeria Karstadt hat erneut Insolvenz angemeldet. Das ist nun das dritte Mal. Was passiert jetzt mit den beiden Standorten in Trier?
Galeria meldet erneut Insolvenz an. Foto: picture alliance / dpa
Galeria meldet erneut Insolvenz an. Foto: picture alliance / dpa

Erneute Insolvenzanmeldung von Galeria Karstadt

Am gestrigen Dienstag (09. Januar 2024) teilte die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) mit, dass sie erneut Insolvenz anmelden muss – und das bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren. Demnach sucht Galeria nun einen neuen Eigentümer, da eine Fortführung des Betriebes angestrebt werden soll.

Schließung vieler Standorte in Deutschland

Grund für den Insolvenzantrag sei die Pleite des Mutterkonzernes Signa Holding Group. Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern hatte erst Ende 2022 Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Bereits damals wurde beschlossen, dass viele Standorte deutschlandweit geschlossen werden sollen. Jedoch nicht die Filialen in Rheinland-Pfalz.

Im März 2023 stimmte die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zu. Signa hatte für die Sanierung 200 Millionen Euro zugesagt, die in mehreren Tranchen bis 2025 fließen sollen, die ersten 50 Millionen dem Vernehmen nach im Februar.

Über 15.000 Beschäftigte in 92 Warenhäusern

Eins steht jetzt allerdings fest: Die sechs Filialstandorte in Rheinland-Pfalz und die rund 4.000 Arbeitsstellen befinden sich erneut auf der Kippe. Bereits nach der vergangenen Insolvenzanmeldung hatte der Konzern etwa 40 Standorte schließen müssen. Demnach betreibt Galeria derzeit 92 Warenhäuser und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 15.000 Menschen deutschlandweit.

Kleinere Geschäftsfläche in Trier

Ein Grund für die Erhaltung der Filialen in Rheinland-Pfalz sei die im Durchschnitt kleinere Größe der Ladenfläche sein, so Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. „Und bei kleineren Häusern ist es in der Regel für Städte und Kommunen einfacher, sich zu beteiligen, indem sie zum Beispiel Mieten subventionieren oder vielleicht sogar Immobilien übernehmen“, äußerte der Handelsexperte gegenüber dem „SWR“.

Grenzenloses Versagen beim Mutterkonzern

Für die Beschäftigten heißt es nun ein erneutes Bangen um die Arbeitsplätze. Ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di im Bezirk Region Saar Trier reagierte betroffen von der Situation. Seiner Meinung nach handle es sich um ein „grenzenloses Versagen der Geschäftsführungs- und Management-Ebene des Mutterkonzerns“.

Investoren werden gesucht

Wie es jedoch letztendlich mit dem Standort in Trier zukünftig weiter gehen soll, bleibt offen. In einem Beitrag des SWR heißt es, dass Gespräche um mögliche Investoren bereits angefangen haben.

Verwendete Quellen:
– Beitrag SWR aktuell, 09.01.2024
– eigener Bericht