Fall aus Trier ist aktuell Thema im Krimi-Podcast “Zeit Verbrechen”

Eine Reihe von Angriffen eines Radfahrers hatte Trier im vergangenen Jahr erschüttert. Es gab drei dieser Art. In zwei Fällen erlitten die Opfer schwere Verletzungen. Der Fall ist jetzt Thema im Kriminalpodcast "Zeit Verbrechen". Ein junges Paar wohnte mit dem Mann in einem Haus – und hatte schon vor den Angriffen Angst.
Ein Radfahrer attackierte Anfang 2023 mehrere Passanten. Jetzt ist der Fall Thema im Kriminalpodcast "Zeit Verbrechen". Symbolfoto: Lennart Stock/dpa
Ein Radfahrer attackierte Anfang 2023 mehrere Passanten. Jetzt ist der Fall Thema im Kriminalpodcast "Zeit Verbrechen". Symbolfoto: Lennart Stock/dpa

Radfahrer attackiert Passanten in Trier

Wir erinnern uns zurück: Im Februar 2023 meldete die Polizei mehrere Angriffe eines Radfahrers auf ahnungslose Passanten. In der Nacht zum 15. Februar wurde ein 20 Jahre alten Mann von hinten mit einem Pflasterstein gegen den Kopf geschlagen. Der Mann hatte bei dem unvermittelten Angriff schwere Verletzungen erlitten, darunter mehrere Schädelbrüche. Kurz zuvor wurde ein Paar von einem Radfahrer mit einem Pflasterstein beworfen. Mit viel Glück verfehlte dieser den Kopf einer jungen Frau. Dann folgte ein dritter Angriff in der Stadt: Auf der Römerbrücke wurde ein 56-jähriger Mann von einem Fahrradfahrer im Vorbeifahren mit einem bislang unbekannten Objekt ins Gesicht geschlagen. Dabei erlitt der Mann zwei Platzwunden am Kopf.

Der Verdacht fiel laut Ermittlern auf einen 44-jährigen Mann, nachdem an einem Tatort eine DNA-Spur gesichert wurde. Die Anklage lautete unter anderem versuchter Mord. Wegen dieses Mannes wurde die Polizei vor den Angriffen im Februar bereits dreimal alarmiert. Doch zunächst geschah nichts. Der Kriminalpodcast „Zeit Verbrechen“ rollt den Fall wieder auf und spricht mit einem jungen Paar, das sich wegen des 44-Jährigen fürchtete, noch bevor die Angriffe im Stadtgebiet losgingen.

Junges Paar fürchtet sich vor psychotischem Nachbarn

Das junge Paar wohnte im ersten Stock eines Mehrparteienhauses in der Trierer Innenstadt. Mitte 2022 bezog ein neuer Nachbar die Wohnung im Erdgeschoss. Fabian Hohmann (Name von Zeit-Redaktion geändert) erzählt, dass der neue Nachbar auf ihn „kindlich, in seiner Entwicklung leicht zurückgeblieben“ wirkte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, dass es sich bei diesem Mann um den 44-jährigen Angreifer handeln wird.

Zunächst fiel der neue Nachbar wegen lauter Musik auf. Diese dröhnte zu unterschiedlichsten Zeiten laut aus der Erdgeschoss-Wohnung. Das Paar beschwert sich. Zwar verstummte dann an diesem Abend die Musik, aber die Lärmbelästigung ging Tage später wieder los. Monate später, im Januar 2023, war es nicht mehr nur laute Musik, sondern Geschrei. Der „Zeit“ erzählt das junge Paar, dass sie sich gegen einen Beschwerdegang entschieden – es half ja doch nicht, dachten sie sich. Doch als die Schreie bedrohlicher wurden, war das junge Paar alarmiert. Es war der 20. Januar als der Nachbar schrie: „Ich schlag deinem Kind den Schädel ein!“

Beweisvideos für Polizei

Fabian fertigt Videos an, als Beweise für die Polizei. Insgesamt dreimal ruft das junge Paar die Polizei – doch nichts geschieht. Zwar rückt die Polizei wegen der Lärmbelästigung an, allerdings wimmelte der 44-Jährige sie ab.

Paar verbarrikadiert sich in Wohnung

Das Geschrei hört aber nicht auf. Das junge Paar bekommt es immer mehr mit der Angst zu tun. Nachts schlossen sie sich in der Wohnung ein, brachten an der Schlafzimmertür einen speziellen Riegel an und verbarrikadierten die Wohnungstür sogar mit einem Stuhl. Die junge Frau fürchtete sich so sehr, dass sie das Treppenhaus nicht mehr ohne Pfefferspray in der Hand betrat.

Angriff auf Passanten erscheint in Lokalmedien

Mitte Februar 2023 erschütterte dann die grausame Tat die Stadt: Ein Mann war nachts auf dem Rad durch die Fußgängerzone gefahren und hatte einen schweren Pflasterstein von hinten auf den Kopf eines jungen Passanten niedersausen lassen. Als der Vorfall publik wurde, fing das junge Paar an, zu grübeln. Als am 25. Februar der zweite Fall dieser Art bekannt wurde, durchforstete Fabian seine Handy-Galerie. Wenige Stunden vor der Tat am 15. Februar hatte er ein Video aufgenommen, in dem der Nachbar schrie „Ich bring’ dich um … ich schlag’ dir den Schädel ein!“ Das Paar meldete sich bei der Polizei und übergab das Video.

Wochen später, am 10. März, meldete sich die Kripo bei dem Paar. Sie fragten nach dem Nachbarn, dessen Fahrrad und nach seinem Verhalten. Tage später und eine Zeugenaussage später, wurde Norbert am 17. März 2023 festgenommen.

Podcast durchstöbert auch Vergangenheit des 44-Jährigen

Schon in jungen Jahren war der 44-Jährige negativ aufgefallen. Vor seinem 18. Geburtstag wurde bei ihm eine psychotische Erkrankung diagnostiziert. Nach Straftaten war er 16 Jahre lang in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht, bis er 2018 wieder entlassen wurde.

Podcast-Folge „Der unheimliche Nachbar“

Die Podcast-Folge namens „Der unheimliche Nachbar“ von „Zeit Verbrechen“ rollt in knapp 40 Minuten den Trierer Fall komplett auf. Zu Wort kommen nicht nur das junge Paar, das im selben Haus wohnte, sondern auch das Paar, das durch viel Glück von dem Pflasterstein verfehlt wurde. Zu hören gibt es den Podcast online, unter anderem bei YouTube, Spotify oder mit der Zeit Audio App.

Den Pocast gibt es unter anderem bei Spotify. Foto: Screenshot Spotify

Verwendete Quellen:
– eigene Berichte
– Zeit Online