Viele Baustellen und Sperrungen während der Ferien – warum eigentlich?

Nicht nur in Trier fangen pünktlich mit den Sommerferien Baustellen an - überall wird gebaut. Oft sind die Baustellen ein Ärgernis, weil Staus, Umwege und Beeinträchtigungen die Folge sind. Und nicht wenige fragen sich: Muss das ausgerechnet jetzt sein? Wird dort überhaupt gearbeitet?
Symbolfoto: Foto: Jan Woitas/zb/dpa
Symbolfoto: Foto: Jan Woitas/zb/dpa

Warum gibt es so viele Baustellen?

Deutschlands Verkehrsinfrastruktur ist im Kern ebenso überaltert wie überlastet. Es muss regelmäßig gewartet, erneuert und streckenweise ausgebaut werden. Baustellen, die Behinderungen mit sich bringen, sind daher unvermeidlich.

Sechs Jahre lang Baustelle auf der A 64

Beispielsweise ging Mitte Juli ein Mammutprojekt auf der A 64 Richtung Luxemburg an den Start. Sechs Jahre lang wird die Strecke erneuert. Die A 64 wurde 1987 für den Verkehr freigegeben. Seitdem hat der Verkehr deutlich zugenommen und die Belastung ebenfalls. In dem Streckenverlauf wurde bislang keine grundhafte Fahrbahnerneuerung durchgeführt. Diese ist jetzt dringend notwendig,

Muss ausgerechnet in den Ferien gebaut werden?

In der Regel beginnt die Bausaison witterungsbedingt mit Ende des Winters. Denn: Bei den meisten Erhaltungsmaßnahmen muss die frostfreie Zeit effektiv genutzt werden. Brückenarbeiten, Fahrbahn- und Gleiserneuerungen sowie neue Sicherheitseinrichtungen benötigen nicht selten das Zeitfenster vom Frühjahr bis Herbst, um vollständig abgeschlossen zu werden.

Hinzu kommt, dass viele Berufstätige während der Ferienzeit in Urlaub sind. Folglich sind weniger Menschen unterwegs, die von Baumaßnahmen in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Belastungen fallen aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens in dieser Zeit deutlich schwächer aus – zumal die Baustellen unter fließendem Verkehr laufen, um diesen so flüssig wie möglich zu halten.

Sperrung der Bahnübergänge in Trier-Euren und Zewen

Aus diesem Grund hat die Deutsche Bahn auch beschlossen, die Bahnübergänge in Trier-Euren und Zewen während der Sommerferien zu sperren. Die Technik muss dringend erneuert werden, was nur mit einer Vollsperrung funktioniert. Autofahrerinnen und -fahrer müssen sich also teils Umwege auf sich nehmen.

Westliches Moselufer wird 10 Wochen gesperrt

Nicht nur der Autofahrerinnen und -fahrer, sondern auch Radfahrende müssen sich während der Sommerferien auf Umwege einstellen. Der Radweg auf der westlichen Moselseite ist sanierungsbedürftig und wird endlich erneuert. Die Sanierungsarbeiten sind in drei Bauabschnitte eingeteilt, die teils parallel bearbeitet werden, damit die Arbeiten schneller vorankommen.

Sperrung der A 60 Richtung Wittlich für fünf Tage

Im Bereich der Prümtalbrücke werden in der kommenden Woche Sanierungsabreiten durchgeführt. Daher kommt es im Zeitraum von Montag, 31.07.2023, bis Freitag, 04.08.2023, zwischen den beiden Anschlussstellen Bleialf und Prüm zu Einschränkungen für den Verkehr.

Für die geplanten Bauarbeiten wird die Fahrbahn Richtung Wittlich zwischen den Anschlussstelle Bleialf und Prüm in dem Zeitraum gesperrt.

Warum sind auf den Baustellen oft keine Arbeiter zu sehen?

Viele Arbeiten finden, wie zum Beispiel im Straßenbau, „unsichtbar“ statt: unterhalb einer Brücke, im Böschungsbereich oder an Entwässerungsanlagen. Auch dafür muss meistens ein Fahrstreifen gesperrt werden. Qualitätskontrollen, Materiallieferungen und Trocknungsperioden von frisch asphaltierten Fahrbahnen sorgen außerdem dafür, dass auf den Baustellen für Autofahrerende manchmal „weniger“ zu sehen ist.

Eigene Berichte, Pressemitteilung Bundesregierung (25.07.2023)