Armutsrisiko bei älteren Menschen im Saarland am höchsten

Ältere Menschen in Deutschland sind zunehmend von Armut bedroht. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Im Saarland ist das Armutsrisiko in dieser Altersgruppe besonders hoch.

Die Armutsgefährdung in der Generation 65 plus ist im Saarland im Vergleich zu den anderen Bundesländern am höchsten. Das Risiko lag im Jahr 2019 an der Saar bei 19,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am heutigen Mittwoch (30. September 2020) mit.

Armutsgefährdung angestiegen

Der Anstieg der Armutsgefährdungsquote seit dem Jahr 2005 sei demnach bundesweit in der Gruppe der Älteren am größten gewesen. Der Zuwachs betrug 4,7 Punkte. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland 15,7 Prozent der Menschen in dieser Altersgruppe armutsgefährdet gewesen. Die Armutsgefährdung war damit annähernd genauso hoch wie in der Gesamtbevölkerung, die Quote stieg hier um 1,2 Prozentpunkte auf 15,9 Prozent.

So wird Armutsgefährdung definiert

Armut wird in der Bundesrepublik über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Die Armutsgefährdungsquote gibt den Anteil der Bevölkerung an, der mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss. Bei einem Ein-Personen-Haushalt lag diese Grenze 2019 bei 1.074 Euro im Monat.

Hier ist das Risiko am höchsten und niedrigsten

Das zweit- und dritthöchste Armutsrisiko hatten die älteren Menschen vergangenes Jahr in Rheinland-Pfalz mit 17,8 und in Bayern mit 17,5 Prozent. Am niedrigsten war es laut dem Bundesamt in Brandenburg mit 12,5 Prozent, Schleswig-Holstein mit 13 Prozent sowie Thüringen und Sachsen mit jeweils 13,4 Prozent. Den höchsten Anstieg seit 2005 weist die Statistik für Berlin mit einem Plus von 7,4 Punkten auf 14,8 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 7,1 Punkten auf 16,8 Prozent aus.

Im Osten geringeres Armutsrisiko im Alter

In Ost- und Westdeutschland war der Anstieg ähnlich hoch, es wurde aber ein unterschiedlicher Stand erreicht: 2019 war die Quote im Osten mit 13,8 Prozent geringer als in Westdeutschland mit 16,2 Prozent. In Ostdeutschland falle der Anstieg aber stärker ins Gewicht, da die Bevölkerung stärker altere – teils durch Abwanderung, teils durch geringe Zuwanderung, erklärte das Bundesamt.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung des Statistischen Bundesamts, 30.09.2020
– Deutsche Presse-Agentur