Aufgelöste Hochzeitsfeier auf Teufelsburg: Streit könnte vor Gericht gehen

Der Streit zwischen dem Förderverein der Teufelsburg Felsberg und der Gemeinde Überherrn könnte vor Gericht enden. Nachdem eine Hochzeitsfeier aufgelöst worden war, kam es zu wechselseitigen Anschuldigungen. Nun wurden sogar die Schlösser getauscht.
Die Gemeinde Überherrn und der Förderverein der Teufelsburg Felsberg ziehen wegen einer abgebrochenen Hochzeit vielleicht vor Gericht. Foto: Anna16 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Die Gemeinde Überherrn und der Förderverein der Teufelsburg Felsberg ziehen wegen einer abgebrochenen Hochzeit vielleicht vor Gericht. Foto: Anna16 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Mitte Juli war auf der Teufelsburg in Überherrn die Hochzeitsfeier eines gleichgeschlechtlichen Paares durch die Gemeinde aufgelöst worden. Der Vorsitzende des Fördervereins warf der Gemeinde Diskriminierung und Homophobie vor. Diese wiederum erklärte, dass die Feier entgegen einem ausdrücklichen Verbot auch nach Einbruch der Dunkelheit stattgefunden hatte.

Gemeinde tauscht Schlösser an Teufelsburg aus

Der Streit hat nun offenbar Folgen. Wie der Förderverein auf Facebook mitteilt, wurden die Schlösser aller Tore ausgetauscht. Der Verein könne somit das Museum nicht mehr betreten und keine Führungen mehr anbieten. Diese Maßnahme sei ohne Ankündigung erfolgt.

Gemeinde schaltet Rechtsanwalt ein

Wie die „Saarbrücker Zeitung“ darüber hinaus berichtet, läuft gegen den Vorsitzenden des Vereins nun ein Verfahren. Das habe ein Saarbrücker Rechtsanwalt bestätigt. Die Gemeinde wollte sich jedoch nicht weiter dazu äußern. Auf Nachfrage habe Zenner allerdings angegeben, ebenfalls einen juristischen Beistand eingeschaltet zu haben. Das Statement und weitere Details gibt es auf saarbruecker-zeitung.de. (Hinweis: Der Beitrag gehört zum „SZ+“-Angebot der Saarbrücker Zeitung. Um diesen zu lesen, müssen Sie sich ggf. registrieren oder eine Bezahloption wählen.)

Förderverein bezog in Video Stellung

In einem Video, das der Vorsitzende des Fördervereins in der vergangenen Woche auf Facebook veröffentlichte, klang das noch versöhnlicher. Darin bat Zenner: „Bitte lassen Sie uns gemeinsam an einen Tisch setzen, ohne Rechtsanwalt.“ Sollte die Gemeinde juristischen Beistand suchen, werde er sich nicht wehren. Er habe nicht vor, selbst einen Anwalt zu suchen.

Zenner nimmt Homophobie-Vorwürfe zurück

Zenner und das betroffene Paar hatten dem 80-minütigen Clip den Vorwurf der Homophobie zurückgenommen. Weder die Bürgermeisterin noch Gemeindevertreter:innen hätten homofeindliche Äußerungen getätigt. Dies habe der Vorsitzende auch nie behauptet, er habe lediglich infrage stellen wollen, ob die Hochzeit Überherrn ein Dorn im Auge war. Vielmehr sei es jedoch darum gegangen, dass die Gemeinde eine Feier abbrach, „obwohl sie schriftlich bestätigt war.

War die Feier genehmigt? 

Überherrn hatte zuvor mitgeteilt, dass die Ortspolizei die Trauung zwar genehmigt, die Feier nach Einbruch der Dunkelheit und die Übernachtung von Gästen jedoch ausdrücklich verboten hätte. Der Vorsitzende und die beiden Frauen widersprachen dieser Angabe wiederum: In der Genehmigung sei auch von einer anschließenden Feier die Rede gewesen. Um das zu belegen, veröffentlichte der Förderverein eine E-Mail der Gemeinde, in der es heißt, dass die Eheleute „nach ihrer Trauung noch auf der Teufelsburg weiterfeiern“ können. Die Gemeinde hätte keine zeitliche Deadline für die Feierlichkeiten festgelegt. Lediglich die Übernachtung sei nicht gestattet.

Gab es Übernachtungen und Gesundheitsrisiken?

Laut Zenner habe dementsprechend auch niemand an der Teufelsburg übernachtet. Zwar hätte man einige Tage vor der Feier Zelte vor Ort aufgebaut. Diese seien jedoch nicht für die Gäste gedacht gewesen. Vielmehr hätten sie zur Erholung der „Nachtwache“ gedient.

Die Gemeinde hatte in ihrem Statement zudem erklärt, die Feier abgebrochen zu haben, da „Gesundheitsrisiken für die Anwesenden nicht ausgeschlossen werden konnten“. So hätten auf der Burgmauer Kinder gespielt und Personen gesessen. Laut Zenner hätten dabei jedoch die Eltern aufgepasst. Zudem sei die Burg frei zugänglich und auch sonst gebe es dort keine Aufsicht.

Verwendete Quellen:
Eigener Artikel
– Mitteilungen des Fördervereins der Teufelsburg Felsberg auf Facebook
– Saarbrücker Zeitung
– Foto: Anna16 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0