Bürgermeister aus dem Saarland will Denkmal für getötete Polizisten

In Gedenken an die erschossenen Polizist:innen aus dem Saarland hat es am Freitag eine bundesweite Schweigeminute gegeben. Schock und Trauer sitzen im ganzen Land tief. Bestürzt zeigt sich auch Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann. Er fordert ein Denkmal für die beiden Opfer - damit "ihre Namen nie vergessen werden".
Ein Kranz sowie Blumen und Kerzen liegen am Tatort an der Kreisstraße 22 bei Ulmet zum Gedenken. Foto: dpa/picture alliance/Harald Tittel
Ein Kranz sowie Blumen und Kerzen liegen am Tatort an der Kreisstraße 22 bei Ulmet zum Gedenken. Foto: dpa/picture alliance/Harald Tittel

Jörg Aumann trauert um Yasmin B. und Alexander K.

In einem Facebook-Beitrag hat Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD) Schock, Fassungslosigkeit und Trauer über die getöteten Polizist:innen nahe Kusel in Worte gefasst. „Seit ich in Neunkirchen lebe, bin ich schon oft im Heinitzbachtal am Denkmal des Försters Roth vorbeigelaufen“. Er sei vor 120 Jahren von einem Wilderer erschossen worden. „Immer, wenn ich daran vorbeilief, dachte ich mir: ‚Zum Glück ist so etwas heute nicht mehr vorstellbar!‘

Seit den tödlichen Schüssen auf zwei Polizeikräfte im Landkreis Kusel wisse Aumann jedoch, „wie töricht der Gedanke war“. Ständig müsse er an Yasmin B. (24) und Alexander K. (29) denken, so der Oberbürgermeister weiter. „Die Polizeianwärterin war nur wenig älter als mein ältester Sohn“. K. war ein „beliebter und geschätzter Sportkamerad“. Beide Einsatzkräfte „hatten unser aller Sicherheit zu ihrem Beruf gemacht“. In Zusammenhang mit dem Tod der beiden Beamt:innen sprach Aumann von einer „unglaublichen“ und „außergewöhnlichen“ Tat. Diese zu verstehen, überfordere „uns alle“.

Saar-Bürgermeister will Denkmal für getötete Polizisten

„Ich glaube, es wäre wichtig, dass den beiden Opfern zu gegebener Zeit – nach Abschluss des Prozesses – genau so ein Denkmal gesetzt wird wie dem Förster Roth“, äußerte sich der SPD-Politiker ebenso in seinem Facebook-Beitrag. Vor allem die Namen der Getöteten sollen so „nie vergessen werden“. Nach eigenen Angaben hat Aumann der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (ebenso SPD) „einen Brief mit der entsprechenden Bitte geschrieben“. Abschließend heißt es im Facebook-Post des Oberbürgermeisters: „Liebe Yasmin, lieber Alexander: Wir im Südwesten, nein in ganz Deutschland und Europa, verneigen uns vor Euch!“

Schweigeminute am Freitag

Am heutigen Freitag (4. Februar 2022) hat es um 10.00 Uhr bundesweit eine Schweigeminute für die beiden Opfer gegeben. Die 24-jährige Polizeianwärterin und der 29 Jahre alte Oberkommissar waren am frühen Montagmorgen im Landkreis Kusel bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden.

Verwendete Quellen:
– Facebook-Beitrag von Jörg Aumann
– Deutsche Presse-Agentur
– eigene Berichte