Bundespressekonferenz: Merkel warnt vor schwierigen Corona-Zeiten

Die Corona-Pandemie war am Freitag (28. August 2020) das bestimmende Thema der Sommerpressekonferenz der Bundeskanzlerin in Berlin. Angela Merkel stimmte die Bevölkerung auf schwierige Zeiten ein.
Kanzlerin Angela Merkel stimmte bei der Bundespressekonferenz auf schwierige Wintermonate ein. Foto: Michael Kappeler/dpa-Bildfunk
Kanzlerin Angela Merkel stimmte bei der Bundespressekonferenz auf schwierige Wintermonate ein. Foto: Michael Kappeler/dpa-Bildfunk
Kanzlerin Angela Merkel stimmte bei der Bundespressekonferenz auf schwierige Wintermonate ein. Foto: Michael Kappeler/dpa-Bildfunk
Kanzlerin Angela Merkel stimmte bei der Bundespressekonferenz auf schwierige Wintermonate ein. Foto: Michael Kappeler/dpa-Bildfunk

„Man muss damit rechnen, dass manches in den nächsten Monaten noch schwieriger wird als im Sommer„, so die Kanzlerin. Erneut richtete sie eine Mahnung an die Menschen in Deutschland: „Es bleibt dabei: Es ist ernst, unverändert ernst – und nehmen Sie es auch weiterhin ernst.“ Das Corona-Virus sei eine „demokratische Zumutung“.

Im Winter gelte es Infektionszahlen niedrig zu halten

Im Sommer habe der überwiegende Aufenthalt draußen einen relativen Schutz vor Aerosolen und damit auch Freiheiten ermöglicht. „In den nächsten Monaten wird es jetzt darauf ankommen, die Infektionszahlen niedrig zu halten, wenn wir uns wieder drinnen aufhalten – an Arbeitsplätzen, in Schulen und in Wohnungen“, so Merkel. Noch sei bei weltweiten Forschungen kein Impfstoff und kein Medikament gefunden worden. Bis das gelingt, gelte: „Es wird nicht so wie früher.“

Schwerpunkte seien Kinder, Wirtschaft und Zusammenhalt

„Wir werden noch länger mit diesem Virus leben müssen, und deshalb ist meine Grundhaltung eine der Wachsamkeit, der Aufmerksamkeit“, sagte Merkel. Drei Schwerpunkte bestimmten die kommenden Monate: Kinder dürften nicht die Opfer der Pandemie werden. Die Wirtschaft müsse am Laufen gehalten oder wieder dazu gebracht werden. Und letztlich müsse der gesellschaftliche Zusammenhalt bewahrt werden.

Merkel mahnt auf vulnerable Gruppen besonders zu achten

Ganze Bevölkerungsgruppen seien durch die Pandemie „besonders verwundbar“. Neben älteren und pflegebedürftigen Menschen, die gesundheitlich durch das Virus besonders gefährdet sind, seien das auch deren Angehörige, Familien mit Kindern in beengten Wohnverhältnissen, Studierende, die ihren Nebenjob verlören, Arbeitsuchende, Kleinunternehmer sowie Künstler. „Auf sie alle müssen wir besonders achten„, betonte die Kanzlerin.

Kanzlerin bedankt sich bei der Bevölkerung für Umsicht

Merkel bedankte sich bei den Bürgern für das umsichtige Verhalten in der Corona-Krise. Deutschland seien schlimme Erfahrungen wie in anderen Staaten bislang erspart geblieben. Da sei auch dem gut aufgestellten Gesundheitssystem zu verdanken. Aber die vergleichsweise glimpfliche Entwicklung habe es vor allem gegeben, „weil die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland Vernunft, Verantwortungsbewusstsein und Mitmenschlichkeit gezeigt hat“. Die Kanzlerin werde „für diese millionenfache Reaktion der Menschen immer dankbar sein.“

Klimaschutz soll in den kommenden Jahren Fahrt aufnehmen

Neben der Corona-Krise drehte sich das Gespräch auch um den Klimaschutz. Dieser werde in den kommenden Jahren an Fahrt aufnehmen. In der EU müsse ein Klimaschutzziel für 2030 festgelegt werden. Das Vorhaben diese bis 2050 klimaneutral zu machen unterstütze sie. „Das ist eine sehr ambitionierte Aufgabe, die noch sehr viele Veränderungen von uns abverlangen wird.“

Konflikt im Mittelmeer: Argumente ernst nehmen

Auch der Konflikt im östlichen Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei war Thema. Man müsse die Argumente aus Athen anhören und ernst nehmen. Die Kanzlerin wolle sich für einen Dialog einsetzen und weitere Eskalationen verhindern. Eine Aufteilung der Wirtschaftszonen in dem Seegebiet sei nötig. 

Präsidentschaftswahl in den USA

In Hinblick auf die Wahl des Präsidenten in den USA kündigte Merkel an, dass sie mit jedem gewählten Präsidenten zusammenarbeiten werde. „Dass es hier und da Meinungsverschiedenheiten gibt, liegt in der Natur der Sache“, sagte die Kanzlerin zum angespannten Verhältnis mit der US-Regierung von Präsident Donald Trump. 

Keine Einmischung in den Konflikt in Belarus

Merkel riet zudem von einer Einmischung in den Konflikt in Belarus ab. Sie hoffe, dass keine Eingreiftruppe für den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko zu Einsatz komme, die der russische Präsident Wladimir Putin bereithalten wolle. Den Menschen müsse Demonstrations- und Meinungsfreiheit gewährt werden.

Auch das Vorgehen gegen Journalisten kritisierte die Kanzlerin. Dass 50 Medienvertreter bei den Protesten vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen wurden, sei „nicht akzeptabel“. 

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presseagentur