Flugzeug lässt mehrere Tonnen Kerosin über dem Saarland ab

Ein belgisches Frachtflugzeug hat rund 80 Tonnen Kerosin über dem Saarland und Rheinland-Pfalz abgelassen. Es handelt sich nach Angaben des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) um die größte Menge Treibstoff, die seit mehr als dreieinhalb Jahren in Deutschland abgelassen wurde.
Ein belgisches Flugzeug hat tonnenweise Kerosin über dem Saarland abgelassen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst
Ein belgisches Flugzeug hat tonnenweise Kerosin über dem Saarland abgelassen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Belgisches Frachtflugzeug lässt 80 Tonnen Kerosin über Saarland und Rheinland-Pfalz ab

Ein Frachtflugzeug (Boeing 747) der belgischen „Challenge Airlines“ hat am Mittwoch (2. März 2022) rund 80 Tonnen Kerosin über dem Saarland und Rheinland-Pfalz abgelassen. Das bestätigte das Luftfahrt-Bundesamts (LBA), nachdem zuvor der „Südwestrundfunk (SWR)“ über den Vorfall berichtet hatte. Demnach befand sich das Flugzeug in einer Höhe von rund sechs Kilometern über dem Saarland und dem südlichen Teil von Rheinland-Pfalz, als die Maschine einen sogenannten Treibstoffschnellablass („Fuel Dumping“) einleiten musste.

Technische Probleme als Auslöser des „Fuel Dumpings“

Als Grund für den Treibstoffschnellablass führt das Luftfahrt-Bundesamt technische Probleme des Flugzeugs an. Wie auf den Aufzeichnungen von „flightradar24“ (einer Website zur Erfassung von Flugdaten) zu sehen ist, startete die Maschine ihren geplanten Flug von Lüttich ins chinesische Wuhan, musste aufgrund der technischen Probleme aber kurz vor den Alpen im bayerischen Kempten umdrehen und wieder Richtung Lüttich zurückfliegen. Im Anschluss drehte der Flieger mehrere Kreise über dem Saarland und Rheinland-Pfalz und ließ hierbei tonnenweise Kerosin ab.

Wie die Aufzeichnungen von „flightradar24“ zeigen, drehte das belgische Flugzeug mehrere Runden über dem Saarland. Grafik: flightradar24

So viel Treibstoff wurde seit Jahren nicht in Deutschland abgelassen

Wie die Aufzeichnungen des Luftfahrt-Bundesamts zeigen, wurde seit dreieinhalb Jahren nicht mehr eine solch große Menge Kerosin über Deutschland versprüht. Die entsprechenden Daten dazu findet ihr unter: „Veröffentlichung von Treibstoffablässen (Fuel Dumping) im deutschen Luftraum seit 2018“ (PDF).

Hintergründe zum Treibstoffablass

Der Treibstoffschnellablass ist eine Notfallmaßnahme, die nur in Ausnahmesituationen angewendet wird. Sie wird laut Luftfahrt-Bundesamt dann erforderlich, wenn ein Luftfahrzeug mit einem höheren als dem zulässigen Landegewicht abhebt und ein Problem auftritt, das die direkte Landung des Flugzeugs erforderlich macht. Dazu zählen unter anderem technische Störungen oder auch medizinische Notfälle an Bord. Welche Hintergründe am Mittwoch zu dem „Fuel Dumping“ führten, war zunächst ungeklärt, wie es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur heißt.

Kerosinablass laut Wissenschaftlern unproblematisch

Schon seit Jahren gibt es Kritik am Treibstoffablass von Flugzeugen. Naturschützer:innen befürchten durch das „Fuel Dumping“ einen dauerhaften Schaden für Fauna und Flora. Wissenschaftler:innen sind jedoch der Auffassung, dass nur ein kleiner Teil des Kerosins überhaupt am Boden ankommt. Mehr Informationen dazu unter: „Bundesamt: Kerosin-Ablass für Menschen unkritisch“.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur
– Bericht des Südwestrundfunks (SWR)
– Angaben des Luftfahrt-Bundesamts
– Informationen von „flightradar24“