Frauen in Führungspositionen

Betrachtet man noch kurz die Führungspositionen anderer Bereiche, so erkennt man recht schnell, dass Frauen im Saarland an der Macht

Betrachtet man noch kurz die Führungspositionen anderer Bereiche, so erkennt man recht schnell, dass Frauen im Saarland an der Macht nur unzureichend beteiligt werden. Ob in Verwaltungsspitzenpositionen (Landrät:innen, Oberbürgermeister:innen), Abteilungsleitungspositionen in obersten Landesbehörden, Führungspositionen in der Justiz, Hochschulprofessuren oder Führungspositionen in der Privatwirtschaft: Der Frauenanteil liegt nie auch nur annähernd bei der Hälfte.

Anteil von Frauen in sonstigen Führungspositionen im Saarland

[Grafik Anteile]
– Frauenanteil in Verwaltungsspitzenpositionen (Landrätinnen, Oberbürgermeisterinnen): 16,7 Prozent (Bund: 11,1)
– Anteil Abteilungsleitungspositionen in obersten Landesbehörden: 25,5 Prozent (Bund 29,7 Prozent)
– Führungspositionen in der Justiz (Richterschaft und Staatsanwaltschaft)… Besoldungsgruppe R3 bis R10 nach Bundesbesoldungsordnung: 31, 8 Prozent [Bund: 26,9 Prozent]
– Hochschulprofessuren: 21,0 [Deutschland 24,7 Prozent]
– Juniorprofessuren: 45,5 Prozent [46,6 Prozent]
– Führungspositionen Privatwirtschaft: 23,5 Prozent [Bund: 25,9 Prozent]

Frauen haben im Saarland wenig Mitspracherecht – trotz oftmals höherer Qualifikation 

Obwohl die Frauen in der saarländischen Bevölkerung mit 51 Prozent die leichte Mehrheit darstellen, werden sie weiterhin nur an wenig Machtpositionen beteiligt. Dabei weisen die Frauen im Saarland oftmals auch noch eine höhere Qualifikation als die Männer auf, wie die Daten des Gleichstellungsatlas des Bundesfamilienministeriums vom 4. September 2020 nahelegen.

Frauen machen im Saarland häufiger Abitur

So sind 54,7 Prozent der Abiturient:innen im Saarland weiblich. Der Anteil von Schulabgängerinnen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren, die im Saarland einen Schulabschluss besitzen, der zu einem Studium berechtigt, liegt bei 69,4 Prozent. 7 von 10 Frauen sind im Saarland damit hochqualifiziert. Zum Vergleich: Bei den Männern sind es nur 52,7 Prozent.

Die Männer haben hingegen nur bei den Schulabbrecher:innen die Nase vorn. Von den Abgänger:innen allgemeinbildender Schulen im Saarland, die ohne Abschluss blieben, sind 65,4 Prozent Männer.

Frauen promovieren im Saarland öfters

Bei den Studienabschlüssen konnten wir keine Zahlen aus dem Saarland ausfindig machen. Im Bundesschnitt liegt der Frauenanteil bei den Personen mit Studienabschlüssen bei rund 52 Prozent. Dafür hält das Bundesfamilienministerium aber Daten für die Promotionen im Saarland bereit. Bei den Promotionen im Saarland lag der Frauenanteil im Jahr 2018 demnach bei 51,7 Prozent. 

Saar-Politik muss sich ändern: weiterhin keine Geschlechtergerechtigkeit

Obwohl Frauen im Saarland damit einen kleinen Qualifikationsvorsprung besitzen, spiegelt sich das weiterhin nicht in der Verteilung der Machtpositionen wider. Dort, wo wichtige Entscheidungen für das Leben in unserer Region getroffen werden, bleibt ausgerechnet die Gruppe außen vor, die den größten Anteil unserer Bevölkerung einnimmt und die höchsten Qualifikationen mitbringt.

In der saarländischen Politik besteht also auch im Jahr 2021 noch viel Änderungsbedarf, um eine Geschlechtergerechtigkeit herzustellen.