Häusliche Gewalt im Saarland: Hier finden Betroffene Hilfe

Bereits im ersten Lockdown wurde vielerorts ein Anstieg von häuslicher Gewalt gemeldet. Nun da die Einschränkungen wieder strenger sind, befürchten Hilfsstellen, dass das Problem sich erneut verschärft. Wo Betroffene im Saarland Hilfe bekommen:
In der Corona-Krise könnte es im Saarland einen Anstieg von häuslicher Gewalt geben. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa-Bildfunk
In der Corona-Krise könnte es im Saarland einen Anstieg von häuslicher Gewalt geben. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa-Bildfunk
In der Corona-Krise könnte es im Saarland einen Anstieg von häuslicher Gewalt geben. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa-Bildfunk
In der Corona-Krise könnte es im Saarland einen Anstieg von häuslicher Gewalt geben. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa-Bildfunk

Wegen der aktuellen Corona-Einschränkungen sitzen viele Familien im Saarland zu Hause auf engem Raum zusammen. Die meisten Freizeitaktivitäten sind nicht möglich. Im Quarantäne-Fall darf man nicht einmal nach draußen gehen. Dazu kommen nasskaltes Wetter und wenig Licht.

All das kann auf die Stimmung schlagen. Oder sogar gefährlich werden. Vielerorts befürchtet man einen Anstieg von häuslicher Gewalt. Die Frauenbeauftragte der Kreisstadt Neunkirchen, Annette Pirrong, hat daher eine saarlandweite Liste von Hilfsangeboten für Opfer zur Verfügung gestellt. Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Angehörige können sich an diese Stellen wenden. 

Beratungsstellen bei Gewalt gegen Frauen

Bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Über die Hotline (0800)116016 werden Mädchen und Frauen telefonisch beraten. Auch Online-Beratung ist möglich. Das Angebot des Bundesamtes für Familie erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und ist in 17 Fremdsprachen verfügbar. 

AWO – Frauenhäuser

Frauen und ihre Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt wurden finden in den Frauenhäusern der AWO eine sichere Unterkunft, Beratung und Unterstützung. Das Angebot ist dabei unabhängig von Herkunft, Kultur oder Aufenthaltsstatus. Die Häuser sind rund um die Uhr besetzt. Ob eine Frau aufgenommen werden will oder lediglich Beratung benötigt, wird vorab telefonisch geklärt:

Saarbrücken: (0681) 991800
Saarlouis: (06831) 2200
Neunkirchen: (06821) 92250 

Frauennotruf Saarland

Über den Frauennotruf werden Mädchen und Frauen, die misshandelt wurden oder von sexualisierter Gewalt betroffen sind, telefonisch unterstützt. Die Mitarbeiter:innen vermitteln die Betroffenen an spezialisierte Stellen wie etwa Ärzte oder Psychologen weiter. Außerhalb der Geschäftszeiten können die Frauen eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen und werden dann schnellstmöglich zurückgerufen.

Kontakt: (0681) 36767 / [email protected]

Therapie Interkulturell

Das Angebot des Vereins „Therapie Interkulturell“ richtet sich vor allem an Frauen mit Migrationshintergrund. Die Stelle betreut Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden und informiert sie über Gewaltschutzgesetz, Sorgerecht und Ausländerrecht. Die Mitarbeiter:innen greifen dazu auf ein Netz aus Dolmetscher:innen zurück. 

Kontakt: (0681) 373535 / [email protected]t.de 

Beratungsstellen für alle Betroffenen

Da meist Frauen Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt werden, richten sich viele Einrichtungen speziell an weibliche Betroffene. Allerdings sind auch Männer unter den Opfern. Zu den gemeldeten Fällen kommt bei beiden Geschlechtern eine hohe Dunkelziffer. Daher gibt es auch im Saarland Stellen, die sich allen Betroffenen annehmen. 

REMAKS – Opferambulanz

Wer Opfer von gewalttätigen Übergriffen wie etwa sexuellem Missbrauch wird, kann sich zeitnah zum Tatgeschehen an die Rechtsmedizin am Klinikum Saarbrücken wenden. Dies ist auch noch wenige Tage nach dem Übergriff möglich. Die Mediziner dokumentieren dort die Verletzungen. Dies erfolgt anonym und kostenlos.

Kontakt: (0681) 9632913 / [email protected]

Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt

Erste Anlaufstelle bei einer Gewalttat sollte natürlich die Polizei sein. Diese kann die Betroffenen an die Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt vermitteln. Sie bietet eine Kurzzeitberatung als Krisenintervention für Personen, die Opfer von Gewalt in Beziehungen geworden sind oder etwa unter Stalking leiden. Die Einrichtung vermittelt die Betroffenen weiter an andere Beratungsstellen oder auch Anwälte und Psychotherapeuten. Opfer können sich auch direkt mit der Stelle in Verbindung setzen:

Kontakt: (0681)3799610 / [email protected]

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung der Kreisstadt Neunkirchen
– Eigene Recherche