Hakenkreuze oder Gelbe Sterne auf Corona-Demos: So können Saarländer Antisemitismus melden

Noch immer kommt es auch im Saarland häufig zu antisemitischen Vorfällen verschiedenster Art. Diese müssen nicht gleich angezeigt werden. Eine Meldung bei RIAS Saarland kann bereits helfen, das Problem sichtbar zu machen und anzugehen:
"Judensterne" auf Corona-Demos oder Hakenkreuz-Schmierereien sollten Saarländer melden. Symbolfotos: Christophe Gateau & Sebastian Willnow/dpa-Bildfunk
"Judensterne" auf Corona-Demos oder Hakenkreuz-Schmierereien sollten Saarländer melden. Symbolfotos: Christophe Gateau & Sebastian Willnow/dpa-Bildfunk

Ob eingeritzte Hakenkreuze auf der Parkbank oder Armbinden mit gelbem Stern auf der Corona-Demo – Judenfeindlichkeit ist in Deutschland und auch im Saarland noch immer keine Seltenheit.  Aber: „Jeder kann etwas gegen Antisemitismus tun“, so das Adolf-Bender-Zentrum in St. Wendel aktuell in einer Pressemitteilung.

Antisemitische Vorfälle online melden

Der Verein, der sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzt, ruft dazu auf, antisemitische Vorfälle bei der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Saarland (RIAS Saarland) zu melden. „Anstatt schulterzuckend weiterzugehen“, könne man so etwas ändern. Dazu ist kein Besuch bei der Polizei oder großer Zeitaufwand nötig. Eine kurze Meldung auf der Report-Antisemitism-Homepage reicht bereits aus. Das gilt sogar für Vorfälle, die nicht strafbar sind oder die man nicht selbst anzeigen möchte.

Meldungen schaffen Bewusstsein und Solidarität

Die Meldungen gehen bei der RIAS Saarland mit Sitz im Adolf-Bender-Zentrum ein. Diese sammelt und beobachtet antisemitische Bestrebungen und Vorfälle. Dadurch wird Antisemitismus sichtbar und zählbar sowie das öffentliche Bewusstsein für die Problematik geschärft. Zudem ist jede Meldung ein Zeichen der Solidarität für Betroffene.

Betroffene erhalten über RIAS auch Beratung

Wer selbst von einem antisemitischen Vorfall betroffen ist, erhält bei RIAS Saarland kostenlose und vertrauliche Beratung zum Umgang mit der Situation. Diese reicht von Unterstützung bei der polizeilichen Anzeige bis hin zu tiefergehender rechtlicher und psychologischer Beratung. Dabei arbeitet „Report Antisemitism“ mit der Beratungsstelle „Bounce Back Saarland“ zusammen. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit unterstützt die Informationsstelle.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung des Adolf-Bender-Zentrums