Hans: Schlimmste der Pandemie nächstes Jahr vorbei

Es wird noch nicht wie bisher, aber immerhin besser: Das meint Ministerpräsident Hans in Sachen Corona mit Blick auf 2021. Im Sommer könnte es wieder ein Stück weit Normalität geben. Die Maske aber bleibe.
Saar-Regierungschef Hans hält ein Stück Normalität im Sommer für möglich. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk
Saar-Regierungschef Hans hält ein Stück Normalität im Sommer für möglich. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk
Saar-Regierungschef Hans hält ein Stück Normalität im Sommer für möglich. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk
Saar-Regierungschef Hans hält ein Stück Normalität im Sommer für möglich. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk

Das Schlimmste der Corona-Krise wird nach Ansicht des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) im nächsten Jahr vorbei sein. „Wir werden 2021 den Exit aus der Corona-Pandemie schaffen“, sagte Hans der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

60 Prozent könnten sich impfen lassen

„Es wird ein besseres Jahr werden als das Jahr 2020.“ Dennoch werde das nächste Jahr noch komplett von Corona geprägt sein. Die Bundesregierung gehe derzeit davon aus, dass sich rund 60 Prozent der Bevölkerung freiwillig impfen lassen. Wenn dies so eintrete, „dann werden wir auf jeden Fall bei allen Anstrengungen das ganze Jahr 2021 mit dem Impfen beschäftigt sein“.

Nächster Sommer „ziemlich normal“

Hans zeigte sich zuversichtlich, dass im nächsten Sommer „wieder ein ziemlich normales Leben für die Menschen denkbar ist“. Zum einen, weil bis dann die besonders gefährdeten Gruppen geimpft sein sollten. Und zum anderen, weil das Virus sich bei warmen Temperaturen und bei Verlagerung des gesellschaftlichen Lebens an die frische Luft weniger stark verbreite. Es werde dann aber noch nicht so sein, „dass es keine Masken mehr zu sehen gibt und keine Corona-Schilder“.

Lockdown geht wohl über 10. Januar hinaus

Allerdings müssten sich die Menschen in Deutschland auch nach dem 10. Januar noch auf gleichbleibend harte Einschränkungen einstellen. „Mein Gefühl ist, dass es mit diesem Lockdown über den 10. Januar hinausgehen wird“, sagte der Regierungschef. Weihnachten und Silvester könnten negative Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen haben. „Da besteht eine Gefahr, dass sich trotz Beschränkungen Kontakte vermischen. Deswegen sind wir da sehr wachsam“, sagte er.

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Januar zu früh für großflächige Lockerungen

Mit Blick auf den Januar sagte Hans, da werde es „mit Sicherheit“ zu früh sein, um großflächig zu lockern. „Wir erleben ja im Moment, dass die Inzidenzen eher steigen als sinken“, sagte er. Die Maßnahmen bräuchten eben eine Zeit, bis sie wirkten. Ziel bleibe weiterhin, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 50 zu reduzieren. Derzeit liege der Wert bundesweit bei 179.

Verschärfungen nicht ausgeschlossen

„Es ist sogar eine Option, zu verschärfen“, sagte Hans weiter. In Regionen, die dauerhaft bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen liegen, könne es Ausgangsbeschränkungen geben. Auch wenn es „sicherlich das letzte Mittel ist, das man anwendet“, könne man das nicht ausschließen in weiteren deutschen Regionen „bei einem so intensiven Geschehen“.

Es kommt kein Impfzwang

Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus kommt für Hans nicht infrage: „Wir wollen keinen Zwang. Sich impfen zu lassen, ist aber ein Gebot der Solidarität in unserer Gesellschaft. Ich bitte jeden, sich impfen zulassen, sofern kein medizinischer Grund persönlich dagegenspricht. Damit übernehmen wir Verantwortung, nicht nur für uns selbst, sondern auch für den Schutz der Gesundheit anderer.“

Wie mit Geimpften umgehen?

Zur Frage, wie man mit geimpften Personen im Vergleich zu ungeimpften Personen umgehe, sollte es eine Generaldebatte im Deutschen Bundestag geben, sagte Hans. „Das halte ich für angezeigt.“ Der Gesetzgeber müsse sich überlegen, ob er es zulasse, dass jemand sage: „Ich möchte keine Passagiere befördern, die nicht geimpft sind“ oder „Ich möchte niemanden in mein Restaurant lassen, der nicht geimpft ist“. Das seien „sehr, sehr schwierige Fragestellungen. Und darüber muss man sich auch in den Parlamenten unterhalten.“

Nächstes Treffen Anfang Januar

Anfang Januar werden die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den weiteren Kurs der Maßnahmen beraten. „Ich sehe große Einigkeit unter den Kollegen, diesen Schulterschluss, den wir jetzt haben, fortzuführen“, sagte der Saar-Ministerpräsident. Es sei „ganz wichtig, dass wir bundesweit zusammenbleiben“.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur