Hochwasserschaden in Millionenhöhe: Zukunft von Lebacher Hallenbad bleibt ungewiss

Das Hochwasser am Pfingstwochenende hat im Hallenbad in Lebach verheerende Schäden angerichtet. Seither ist das Gebäude geschlossen. Die Mitarbeitenden fürchten um die Zukunft des Bades. Denn allein kann die Stadt den Wiederaufbau wohl nicht stemmen.
Das Hochwasser in Lebach hat im Hallenbad verheerende Schäden angerichtet. Foto: Stadt Lebach
Das Hochwasser in Lebach hat im Hallenbad verheerende Schäden angerichtet. Foto: Stadt Lebach

Hochwasser flutet Kellerräume im Hallenbad Lebach

„Das Wasser kam von allen Seiten, vom Hang hinter dem Bad, von der Theel und durch die Kanäle nach oben“, berichtet der Schwimmmeister des Lebacher Hallenbads Patrik Jost vom Hochwasser am Pfingstwochenende im Saarland. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kellerräume am Freitag (17. Mai 2024) geflutet. Die Technik unter den Becken der Schwimmhalle stand schnell vollständig unter Wasser. Nur dank des besonnenen Teams konnten alle Badegäste das Gebäude rechtzeitig und unversehrt verlassen. Zudem gelang es den Beschäftigten noch gelagerte Chemikalien zur Wasseraufbereitung in Sicherheit zu bringen, bevor der Strom abgeschaltet wurde. „Da standen wir schon knietief im Wasser“, erklärt Schwimmmeister Mustafa Okyay.

Aufräumarbeiten dauern an

Anfang dieser Woche machten sich der Parlamentarische Staatssekretär Oliver Luksic, Bürgermeister Klauspeter Brill und der Stadtbeigeordnete Fred Metschberger ein Bild von der Lage vor Ort. Noch immer sind die Mitarbeitenden im Hallenbad Lebach mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Nachdem das Hochwasser abgepumpt war, hatten sie umgehend begonnen, die Kellerräume zu säubern. „Was die Leute hier geleistet haben, ist schon Wahnsinn“, so Patrik Jost. „Das war kein angenehmes Arbeiten, Leitungen und die Wasseraufbereitungstechnik mussten von Schlamm und zum Teil auch von Fäkalien befreit werden.“ Dennoch hätte das zwölfköpfige Team geschlossen angepackt.

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Beschäftigte sorgen sich, ob das Bad überhaupt wieder öffnen kann

Nun jedoch macht sich Sorge bei den Beschäftigten breit. Wie die langjährige Mitarbeiterin Vera Jochum bei dem Ortstermin berichtet, fürchteten die Kolleginnen und Kollegen, dass das Bad vielleicht nicht wieder öffnen wird. „Derzeit sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorübergehend bei der Stadtverwaltung und den städtischen Gesellschaften untergebracht. So konnten wir Kurzarbeit und Freistellungen verhindern„, erklärt Brill.

Stadt kann den Schaden in Millionenhöhe allein nicht stemmen

„Es kommt nun darauf an, finanzielle Mittel von Bund und Land zu generieren, denn alleine kann die Stadt den Wiederaufbau des Hallenbades sicherlich nicht stemmen„, so der Bürgermeister. Zunächst müssen Gutachter:innen und Statiker:innen die Kellerräume sowie die Schwimmhalle samt Beckenwannen inspizieren und den Schaden beziffern. Wie es mit dem Lebacher Hallenbad weitergeht, entscheiden dann die Fraktionen im Stadtrat. Fest stehe nur: Der Schaden liegt wohl bei mehreren Millionen Euro.

Lebacher Hallenbad ist wichtige Sport- und Lernstätte für ganze Umgebung

Für Lebach und die Umgebung ist das Hallenbad nicht nur eine wichtige Sportstätte. Unzählige Kinder haben dort bereits Schwimmen gelernt. Schulen aus der ganzen Region nutzen das Bad zum wöchentlichen Schwimmunterricht. „Außerdem trainieren hier vier Ortsgruppen der DLRG aus Lebach und der Umgebung Woche für Woche für den Ernstfall der Wasserrettung und bieten Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an“, erläutert Bürgermeister Klauspeter Brill. Ob und wann die Schwimmhalle dazu wieder öffnen kann, bleibt ungewiss.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung der Stadt Lebach