„Das Bad“ in Merzig schließt die Außenbecken – um Betrieb aufrechtzuerhalten

"Das Bad" in Merzig will die Eintrittspreise trotz steigender Energiekosten nicht erhöhen. Auch eine Schließung soll so lange wie möglich abgewendet werden. Dazu hat die Merziger Bäder GmbH nun jedoch andere Einschränkungen beschlossen:
"Das Bad" in Merzig schließt die Außenbecken, um Energie zu sparen. Foto: Merziger Bäder GmbH
"Das Bad" in Merzig schließt die Außenbecken, um Energie zu sparen. Foto: Merziger Bäder GmbH

Die Energiekrise trifft die kommunalen Bäder besonders hart. Angesichts der explodierenden Kosten sind sogar Schließungen denkbar. „Unser Ziel ist es, DAS BAD in Merzig nicht zu schließen und durch zahlreiche Maßnahmen der Energiekrise entgegenzutreten“, erklärte nun Bürgermeister Marcus Hoffeld, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Merziger Bäder GmbH (MBG) ist.

„Das Bad“ schließt die Außenbecken

Besonders hoch sei der Energieverbrauch dabei in den beiden beheizten Außenbecken der Wasserwelt und der Thermalwelt. Die MBG sieht daher keinen anderen Weg, als diese zu schließen. So könne man einen großen Teil des Energieverbrauchs einsparen. „Dieser Schritt fällt uns nicht leicht“, unterstreicht Hoffeld.

Trotz eigener BHKW-Anlage sollen Kosten um 25.000 Euro steigen

Einen Großteil der Energie für „Das Bad“ produziert zwar eine eigene BHKW-Anlage (Blockheizkraftwerk). Dabei werden überschüssige Strommengen mit Ausnahme des Eigenverbrauches ins Netz eingespeist. „Das Bad“ verbraucht die erzeugte Wärme vollständig. Dennoch schätzen die Bäder, dass sich die Energiekosten um 25.000 Euro pro Monat erhöhen.

Nächtlicher Energieverbrauch bereits gedrosselt

Das Tochterunternehmen der Kreisstadt Merzig hat daher einen Drei-Stufen-Plan mit Energiesparmaßnahmen erstellt. Bereits seit Anfang Juli sparen die Bäder ohne nennenswerte Einschränkungen für die Badegäste Energie ein. Viele Maßnahmen dienen etwa dazu, den nächtlichen Energieverbrauch zu drosseln. Die zweite Phase begann Anfang August.

Wassertemperatur gesenkt und Betrieb angepasst

So hat „Das Bad“ die Wassertemperatur der beiden beheizten Außenbecken schon jeweils um ein Grad reduziert. Zudem wurde der Betrieb von Lüftungsanlagen, Raumheizung, Warmwasserbereitung und Beleuchtung auf Öffnungszeiten und Auslastung angepasst. Darüber hinaus änderten sich die Zeiten der Duschintervalle, der Attraktionen und des Gastronomiebereiches.

Preise steigen vorerst nicht

Dank der Maßnahmen müsse das Bad trotz steigender Kosten die Preise vorerst nicht erhöhen. Bereits in der Vergangenheit wurden entsprechende Projekte umgesetzt. So hat „Das Bad“ etwa Gasöfen in den Außensaunen durch sparsame Elektroöfen ersetzt und die Beleuchtung im Bad, unter Wasser und auf dem Parkplatz auf LED umgestellt.

Bad müsse für Schwimmkurse so lange wie möglich offen bleiben

Dennoch müsse „Das Bad“ weiter massiv Energie sparen, um den Betrieb sicherzustellen. Die weitere Öffnung sei insbesondere für die Schwimmausbildung wichtig. Bei den Schwimmkursen gebe es bereits lange Wartelisten. „Es ist wichtig für unsere Kinder und Jugendlichen, dass sie die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen, nachdem dies bereits durch die Coronapandemie viele Monate nicht möglich war“, erklärt Hoffeld.

Schließung könnte dennoch drohen

Trotz der Bemühungen sei eine Schließung jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen. So könne es im ungünstigsten Falle passieren, dass die Bundesnetzagentur in der dritten Alarmstufe des „Notfallplan Gas“ beschließt, dass Bäder nicht zur kritischen Infrastruktur gehören. Diese würden dann vom Netz genommen und müssten den Betrieb einstellen.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung der Merziger Bäder GmbH