Nach Magen-OP: Reiner Calmund entdeckt seine Wahlheimat Saarlouis neu

Wahlsaarländer Reiner Calmund (73) ist auch zwei Jahre nach seiner Magen-Bypass-Operation rundum zufrieden mit dem Ergebnis. Seit er sich "halbiert" hat, könne er Federball spielen, sich die Schuhe zubinden und habe auch seine Heimat Saarlouis neu entdeckt. Verzichten müsse er dabei nicht - auch nicht auf Süßigkeiten.
Reiner Calmund kann nach seiner Magen-OP endlich Saarlouis zu Fuß entdecken. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk
Reiner Calmund kann nach seiner Magen-OP endlich Saarlouis zu Fuß entdecken. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk

Von 180 auf 90 Kilo: Reiner Calmund hat nach seiner Magen-Operation vor etwa zwei Jahren sein Gewicht halbiert. Auch die Fettschürze hat sich der ehemalige Fußball-Manager von Bayer Leverkusen inzwischen entfernen lassen. Mit dem Ergebnis ist der 73-Jährige sehr glücklich, wie er der Apotheken-Umschau berichtet.

Jo-Jo-Effekt holte Calmund immer wieder ein

„Ich hätte die Entscheidung zur OP wesentlich früher treffen müssen“, so Calmund. In den Jahren zuvor habe er „bestimmt zehn Kuren gemacht“ und dabei insgesamt 200 Kilo verloren. Aber den Jo-Jo-Effekt konnte er nicht besiegen: 280 Kilo kamen wieder drauf. Das Gewicht wurde mehr statt weniger. Zwei Erlebnisse brachten Calmund dann zur Magen-OP.

Ein USA-Urlaub und ein Treffen mit Uli Hoeneß gaben Anstoß zur OP

„Ich war 2019 mit voller Gewichtsklasse in Kalifornien bei den dicken Amerikanern“, erzählt der Rheinländer. Am Flughafen habe ihn ein Mitarbeiter am Check-in ungefragt in einen Rollstuhl gesetzt und bis zum Flugzeug geschoben. Das sei ihm peinlich gewesen, aber auch bequem. Bis der Gedanke kam: „So viele wünschen sich, nicht im Rollstuhl zu sitzen und ich könnte es haben“. Den letzten Schubs habe Calmund dann aber Uli Hoeneß verpasst. Bei einem Essen habe dieser gesagt: „Calli, du kannst doch mal was für die Plauze tun“ und ihm die Nummer eines Spezialisten gegeben.

Große Angst vor der OP

Vor der OP habe Calmund große Angst gehabt. „Wirklich voll Schiss!“. Die Anästhesisten hätten ihm jedoch versichert, dass sie ihn mit seinen Werten „auch ins Weltall schicken würden“. Da habe sich das damalige Schwergewicht gefühlt wie Popeye. Die OP veränderte dann alles: Zunächst gab es vier Wochen lang nur Flüssigkeit. Einige Monate später konnte „Calli“ dann zwar wieder alles essen, aber viel weniger.

 

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Kein Verzicht: „Ich bin ein süßes Kerlchen“

„Ich habe abgenommen, ohne zu hungern„, so der 73-Jährige. Das Sättigungsgefühl trete schlicht viel früher ein als zuvor. Dabei habe er weiter alles gegessen, was ihm schmeckt. „Ich esse auch weiterhin Süßigkeiten. Ich bin ein süßes Kerlchen, das habe ich auch nicht ganz abgeschafft.“ Außerdem gebe es im Hause Calmund nun mehr Gemüse und vor allem Fisch, aber auch Sport. „Fitness und Fahrradfahren„, so der 73-Jährige. „Ohne Ausnahme“.

Calli entdeckt seine Wahlheimat Saarlouis bei Spaziergängen neu

Inzwischen fühle sich Calli „sauwohl“. Er könne sich mehr bewegen, sich die Schuhe binden und Federball mit seiner Tochter spielen. „Ich kann spazieren gehen und kriege dabei keine Schnappatmung mehr“, erzählt er. Dabei habe er seine Wahlheimat Saarlouis nochmals neu kennengelernt. „Ich habe zig Jahre in meinem Haus gewohnt und wusste gar nicht, dass ich von dort in zehn Minuten an einem wunderschönen Weiher bin. Jetzt kann ich sogar um den See herumspazieren.“

Verwendete Quellen:
– Apotheken-Umschau