Oberkörperfrei arbeiten nicht sexy, sondern gefährlich: Hitze- und Sonnentipps für Draußen-Jobber

Wer draußen arbeitet, ist der Hitze und dem Sonnenschein dauerhaft ausgesetzt. Wie Outdoor-Jobber gut mit dem Extremwetter zurechtkommen:
Wer draußen arbeitet, sollte besonders vorsichtig sein. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Bildfunk
Wer draußen arbeitet, sollte besonders vorsichtig sein. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Bildfunk

Trockenheit, Hitze und Sonne machen dem Menschen im Saarland derzeit zu schaffen. Dauerhafte Abkühlung ist erstmal nicht in Sicht. Insbesondere für Leute, die draußen arbeiten, kann das Wetter gefährlich werden. Es droht zum Beispiel Hautkrebs. Tipps für „Outdoor-Jobber“ hat die Gewerkschaft IG BAU jetzt veröffentlicht.

So hoch sollte der Lichtschutzfaktor sein

Sie rät zum Beispiel zu einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Auch ist regelmäßiges Wassertrinken „ein Muss“. „Sonnenmilch und Wasserflasche gehören genauso zum Job wie Mörtel und Maurerkelle“, sagt die Vorsitzende der IG BAU Saar-Trier, Ute Langenbahn.

Möglichst viel mit Kleidung bedecken

Besondere Vorsicht sei zur Mittagszeit geboten. Zwischen 12.00 und 14.00 Uhr sollte der Großteil der Arbeiten in den Schatten verlegt werden. Auch wichtig: Möglichst viele Körperteile mit Kleidung zu bedecken. So könnte ein am Helm fixierter Nackenschutz schon viel bringen.

Erhöhtes Krebsrisiko für Menschen mit hellem Hauttyp

Ständige UV-Einstrahlung schädigt die Haut, schon lange bevor sich ein Sonnenbrand bemerkbar macht, weiß Langenbahn. Besonders Menschen mit hellem Hauttyp haben ein erhöhtes Krebsrisiko. „Das Arbeiten mit freiem Oberkörper ist nicht sexy, sondern brandgefährlich“, so die Gewerkschafterin. Bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft seien im vergangenen Jahr bundesweit rund 2.600 Verdachtsanzeigen für weißen Hautkrebs eingegangen.

Gewerkschafterin appelliert an Unternehmen

Langenbahn forderte die Unternehmen auf, den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der heißen Jahreszeit ernst zu nehmen. „Selbst wenn das Haus schnell fertig werden soll – bei Temperaturen um die 30 Grad kann die Mittagspause auch einmal länger dauern.“ Die Arbeitgeber seien in der Pflicht, ihr Personal vor Gesundheitsgefahren im Job zu schützen.

Was tun, wenn gar nicht gearbeitet werden kann?

Wird das Wetter extrem, kann draußen überhaupt nicht mehr gearbeitet werden – zum Beispiel, wenn es stürmt oder stark regnet. Der Bau brauche daher Lösungen, damit Beschäftigten bei einem Arbeitsausfall nicht ohne Lohn dastehen, fordert Langenbahn.

Ausfallgeld für Dachdecker

Ein positives Beispiel kommt laut Gewerkschaft aus dem Dachdeckerhandwerk: Zwischen April und November bekommen Beschäftigte eine Ausfallzahlung, wenn sie wegen extremer Wetterereignisse nicht arbeiten können. Das „Schlechtwettergeld für Frühling, Sommer und Herbst“ liege bei 75 Prozent des Bruttolohns und werde für maximal 53 Stunden pro Jahr ausbezahlt.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung des IG BAU Bezirksverbandes Saar-Trier, 25.07.2022