Petition fordert Verbot von Prostitutions-Werbung im Saarland

Zum heutigen Weltfrauentag startet die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der saarländischen Frauenbeauftragten die Petition „Bordellwerbung - Nein Danke!“. Die Forderung: Werbung für Prostitution soll im ganzen Saarland verboten werden.
Werbung für Prostitution soll vor allem um Schulen und Jugendeinrichtungen in Saarbrücken verboten werden. Symbolfoto: Andreas Arnold/dpa-Bildfunk
Werbung für Prostitution soll vor allem um Schulen und Jugendeinrichtungen in Saarbrücken verboten werden. Symbolfoto: Andreas Arnold/dpa-Bildfunk
Werbung für Prostitution soll vor allem um Schulen und Jugendeinrichtungen in Saarbrücken verboten werden. Symbolfoto: Andreas Arnold/dpa-Bildfunk
Werbung für Prostitution soll vor allem um Schulen und Jugendeinrichtungen in Saarbrücken verboten werden. Symbolfoto: Andreas Arnold/dpa-Bildfunk

Die Initiative fordert mit der Petition die Landesregierung dazu auf, für das gesamte Saarland ein Verbot von Bordellwerbung durchzusetzen.

Die LAG betrachtet die Werbung als Angriff auf die Würde von Frauen. Diese werden durch die Werbeträger als Ware angeboten und mit käuflichen Produkten gleichgesetzt. Aber auch andere Gründe sprechen für das Verbot der Prostitutions-Reklame.

Gründe für das Verbot von Prostitutions-Werbung

Zum einen verschleiere die Werbung die Realität des Gewerbes. Sie suggeriere, dass es sich bei den Etablissements um „Wohlfühloasen“ handele. Dabei werden die Lebensumstände der Frauen außer Acht gelassen.

Die Reklame trage zudem zu schlechten Arbeitsbedingungen bei, indem sie den Konkurrenzkampf schüre. Freiern würde über die Reklame versichert, dass es noch günstigere, bessere Angebote gebe. Dadurch sähen sich die Frauen gezwungen Praktiken entgegen dem Prostituiertenschutzgesetz zu akzeptieren und schlechte Bezahlung hinzunehmen.

Darüber hinaus widerspreche die Werbung dem Jugendschutz. Die sexistischen Darstellungen überfordern Jugendliche und gefährden die normale Entwicklung. Die käufliche Verfügbarkeit von Frauen würde durch Plakate oder Anzeigen als Normalität dargestellt.

Auch für das Saarland habe die Werbung außerdem einen negativen Einfluss. Durch die öffentliche Reklame würde das Image des Saarlandes als „Puff Europas“ verstärkt. Durch den schmuddeligen Beigeschmack werde die Attraktivität des Landes als Tourismusziel und Wirtschaftsstandort gemindert.

Frauen sollen nicht als käufliche Produkte dargestellt werden

„Das Saarland hat die Chance, mit gutem Beispiel voranzugehen und zu zeigen, dass Frauenrechte nicht nur in Ballungsräumen respektiert werden. Wir akzeptieren nicht, dass Frauen und Mädchen sexuell verfügbar und wie Ware dargeboten werden und fordern, dass der Landtag sich für die Gleichstellung im öffentlichen Raum einsetzt“, erklärt Heike Neurohr-Kleer, die Sprecherin der LAG.

Die Bordellwerbung konterkariere die Ziele des Prostituiertenschutzgesetzes, indem sie Frauen im öffentlichen Raum als käufliche Personen ohne eigen gesetzte Grenzen zeige. Sie präsentiere nicht die Dienstleistung, sondern ein „idealisiertes“ Bild der Frau als Angebot. Bereits in Städten wie München, Köln oder auch Trier gibt es bereits ein solches Werbeverbot. Ein generelles Verbot von Prostitution ist nicht das Ziel der Arbeitsgemeinschaft.

Unter den Erstunterzeichnern der Petition sind etwa die Oberbürgermeisterin von Saarbrücken Charlotte Britz und die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr Anke Rehlinger.

Die Petition „Bordellwerbung – Nein Danke!“

Die Petition läuft ab dem Weltfrauentag bis zum Weltmädchentag am 11. Oktober. Dann soll sie dem Landtagspräsidenten überreicht werden. Über alle kommunalen Frauenbüros können die Unterschriftenlisten angefordert werden. Aber auch auf der Online-Plattform Change.org können sich Unterstützer eintragen. Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Frauenbeauftragten des Saarlandes.

Verwendete Quellen:
• Pressemitteilung der saarländischen Frauenbeauftragten
• Petition auf Change.org