Prozess um tödlichen Brand in Wiebelskirchen: Ausländerfeindlichkeit mögliches Tatmotiv

Erster Prozesstag im Fall des tödlichen Brandes von Wiebelskirchen im vergangenen April: Die Staatsanwaltschaft spricht in ihrer Anklage davon, dass der mutmaßliche Haupttäter Toni S. das Feuer gelegt haben soll, um es „Ausländern heimzuzahlen".
Toni S. (links) gilt laut Staatsanwaltschaft als Haupttäter. Sein mutmaßlicher Komplize Sebastian M. muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Fotos: Brandon-Lee Posse/SOL.DE.
Toni S. (links) gilt laut Staatsanwaltschaft als Haupttäter. Sein mutmaßlicher Komplize Sebastian M. muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Fotos: Brandon-Lee Posse/SOL.DE.
Toni S. (links) gilt laut Staatsanwaltschaft als Haupttäter. Sein mutmaßlicher Komplize Sebastian M. muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Fotos: Brandon-Lee Posse/SOL.DE.
Toni S. (links) gilt laut Staatsanwaltschaft als Haupttäter. Sein mutmaßlicher Komplize Sebastian M. muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Fotos: Brandon-Lee Posse/SOL.DE.

Vor dem Landgericht Saarbrücken hat am heutigen Mittwoch (23. Januar 2019) der Prozess um den tödlichen Brand im Neunkircher Stadtteil Wiebelskirchen begonnen. Angeklagt sind zwei Männer aus Neunkirchen.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist der 29-jährige Toni S. der Haupttäter. Er sei laut Anklage an einem Apriltag im vergangenen Jahr wütend darüber gewesen, dass ein Ausländer seine Mutter beleidigt hätte. Toni S. habe seinem mutmaßlichen Komplizen und einem Zeugen daher angekündigt, es „diesen Ausländern heimzuzahlen“.

S. und der Mitangeklagte Sebastian M. (19) seien noch am gleichen Tag zu einem Mehrfamilienhaus in der Kuchenbergstraße gegangen. In diesem soll der mutmaßliche Beleidiger gewohnt haben. Durch die offene Eingangstür gelangten sie dann in den Hausflur, wo S. laut Anklage mit einem Feuerzeug einen abgestellten Kinderwagen anzündete.

Die Flammen griffen auf die Holzvertäfelung im Flur über, das Haus geriet in Vollbrand. Beide seien daraufhin geflüchtet, wobei Sebastian M. noch ein BMX aus dem Flur geklaut haben soll. Toni S. habe die Tat daraufhin beim Zeugen zugegeben und seinen mutmaßlichen Komplizen aufgefordert, nichts zu verraten.

Mindestens zehn Jahre Haft für Toni S. möglich

Die Feuerwehr rettete 14 Personen aus dem Haus. Ein 38-Jähriger kam bei dem Brand in seiner Wohnung ums Leben. Eine 77-Jährige wurde verletzt. Toni S. ist wegen Brandstiftung mit Todesfolge und Körperverletzung angeklagt. Ihm drohen mindestens zehn Jahre Haft. Sebastian M. muss sich wegen Beihilfe und Diebstahl verantworten. Die Angeklagten hatten die Tat bei der Polizei im Vorfeld der Verhandlung zugegeben.

Der Prozess geht am 13. Februar weiter. Dann werden die Aussagen von Toni S. und Sebastian M. erwartet.

Verwendete Quellen:
• eigene Recherche
• eigene Berichte
• dpa
• Saarbrücker Zeitung