Rassistische Attacke auf minderjähriges Mädchen in Saarbrücken: So reagiert die Politik

Nach der rassistischen Attacke auf ein 16-jähriges, schwarzes Mädchen

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OB Conradt verurteilt rassistischen Übergriff auf Mädchen in Saarbahn und dankt Polizei für Eingreifen

 

Oberbürgermeister Uwe Conradt verurteilt aufs Schärfste den rassistischen Übergriff auf ein Mädchen in der Saarbahn, der sich am Freitagabend zugetragen hat.

 

Conradt: „Der Vorfall erschüttert mich zutiefst und macht mich sehr betroffen. Ich danke der Polizei, die schnell eingreifen konnte. Rassismus und Diskriminierung, egal in welcher Form, haben in Saarbrücken keinen Platz. Diese Tat ist verabscheuungswürdig und muss entsprechend bestraft werden.“

 

Rassistische Attacke auf schwarzes Mädchen (16) in Saarbahn:

Hier gibt es nur die ganze Härte des Gesetzes

 

Nach der verbalen und körperlichen Attacke eines Saarbrückers auf eine schwarze 16-Jährige in der Saarbahn fordert Saar-SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordneter Christian Petry, den Vorfall nicht zu bagatellisieren. „Hier muss die ganze Härte des Gesetzes angewandt werden.“

 

Petry: „Wir dürfen solche Übergriffe nicht zulassen. Hier gilt Nulltoleranz. Der Staat kann jetzt beweisen, dass er nicht auf dem rechten Auge blind ist.“

 

Das Strafgesetzbuch ermöglicht scharfe Sanktionen gegen derartige widerwertige Anfeindungen. Und: „Wir sind allesamt gefordert, solchen ideologisch verblendeten Menschen die Stirn zu bieten.“ Fremdenfeindlichkeit und Rassismus haben bei uns keine Chance.

 

Zum Hintergrund:

Nach Berichten der Polizei vom Dienstag dieser Woche hatte ein 37-Jähriger bereits am Freitag, 28. Mai, das Mädchen während der Fahrt in Saarbrücken mit rassistischen Hasstiraden überzogen. Sie sei Ausländerin und habe in Deutschland nichts verloren. Außerdem bespuckte er sein junges Opfer. Auch dessen Begleiter beleidigte er. Nachdem er ausgestiegen war, hob er den Arm zum Hitlergruß und rief „Sieg Heil!“. Der mutmaßliche Täter war kurz nach der Attacke festgenommen worden. Es ermittelt der Staatsschutz.

 

Josephine Ortleb:

Ich bin absolut entsetzt und angewidert über den rassistischen Übergriff in meinem Wahlkreis. Meine volle Solidarität gilt der jungen Frau, ihrer Familie und allen weiteren Betroffenen! Die Tat zeigt einmal mehr, wie wichtig antirassistische Arbeit ist. Umso befremdlicher finde ich es also, dass die CDU das Demokratiefördergesetz blockiert, dessen Ziel es ist Rassismus und Rechtsextremismus zu bekämpfen und die Demokratie zu fördern. Unsere Aufgabe ist es – mehr denn je – aufzustehen und laut zu werden, wenn wir rassistische Situationen erleben. Wir müssen den strukturellen Rassismus mit aller Kraft bekämpfen!

 

Ulrich Commercon

Ich bin beschämt und wütend über den Vorfall, der sich letzten Freitag in Saarbrücken ereignete: Eine Jugendliche wurde in der Saarbahn von einen Mann rassistisch beleidigt und bespuckt. Der herumpöbelnde Mann zeigte beim Aussteigen den Hitlergruß und wurde kurz danach von der Polizei aufgegriffen. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz.
Dieser Vorfall zeigt nicht nur die Abgründe menschlichen Handelns und Denkens, er beweist vor allem, dass Rassismus und Rechtsradikalismus immer noch unsere Gesellschaft durchziehen. Diese widerlichen Tendenzen können wir nur bekämpfen, indem wir uns geschlossen für Vielfalt, Toleranz und Menschlichkeit einsetzen! Indem wir nicht wegschauen – nicht als Staatsapparat, und nicht als einzelne Bürger:in.

Anke Rehlinger

Rassismus trifft auf den scharfen Widerstand aller Demokratinnen und Demokraten im Saarland. Die junge Frau, die diesen abscheulichen Vorfall erleben musste, darf sich sicher sein, dass wir alle hinter ihr stehen!