„Schmutzige Lügen“: Saarbrücker Supermarkt meldet sich zu Fake-Aushang „Ukrainer werden nicht bedient“

In den sozialen Medien und auf dem Messenger-Dienst Telegram macht derzeit ein angeblicher Aushang eines Supermarkts in Saarbrücken die Runde. Folgt man den Worten, so würden in dem Laden keine Menschen mehr aus der Ukraine bedient. Sowohl das Unternehmen als auch der Saarbrücker Filialleiter weisen das deutlich von sich:
Links im Bild zu sehen: der angebliche Aushang. Fotos: (links) Screenshot/Telegram | (Hintergrund) Screenshot/Instagram/marius_czogalla
Links im Bild zu sehen: der angebliche Aushang. Fotos: (links) Screenshot/Telegram | (Hintergrund) Screenshot/Instagram/marius_czogalla

Wirbel um angeblichen Aushang vor Saarbrücker Laden

Erst kürzlich ist über den Messenger-Dienst Telegram ein angeblicher Anhang eines Saarbrücker Supermarkts aufgetaucht. Ein Foto des Zettels machte auch in den sozialen Medien die Runde. Wie die „SZ“ berichtet, steht auf dem abfotografierten Zettel in Russisch: „Das ist ein russisches Geschäft“. „Ukrainer werden […] nicht bedient“ – und sollten sich schämen, bei einem Russen einzukaufen. Dem Medienbericht zufolge stammt der Post vom Telegram-Kanal „Dr. Alex Sosnowski“. Dort würde pro-russische Propaganda geteilt.

Doch bedient der Saarbrücker Supermarkt tatsächlich keine Menschen aus der Ukraine mehr? Wie auf dem Foto des Zettels zu sehen ist, geht der angebliche Aushang auf den „Mix Markt“ in der Käthe-Kollwitz-Straße zurück.

Unternehmen und Filialleiter wehren sich

Mittlerweile haben sich sowohl das Unternehmen als auch der Saarbrücker Filialleiter zur Sache geäußert, wie ebenso aus dem Medienbericht hervorgeht. „In einer anonymen Aktion wurden wir des Hasses und des Rassismus gegenüber dem ukrainischen Volk beschuldigt“. Mit diesen Worten habe sich „Mix Markt“ am gestrigen Mittwoch (4. Mai 2022) gemeldet. Man wolle sich von den Vorwürfen „ganz klar distanzieren“. Ebenso teilte das Unternehmen mit, dass die Türen der Standorte allen Menschen offen stehen würden. „Mix Markt“ wolle eigenen Angaben zufolge rechtliche Schritte gegen das Posten des angeblichen Aushangs einleiten.

Vor dem Statement des Unternehmens hatte sich der Saarbrücker Filialleiter zu Wort gemeldet, so die „SZ“. Auf Russisch teilte er mit: Bei der Meldung handele es sich um „schmutzige Lügen“. Gegenüber den Ukrainer:innen seien Rassismus und Hass inakzeptabel.

Schon Anfang März hatte „Mix Markt“ auf der Webseite mitgeteilt, „den Krieg zwischen Russland und der Ukraine“ mit „großer Sorge und Bestürzung“ zu verfolgen. „Viele unserer Geschäftspartner und unseren Mitarbeiter*innen und Kunden stammen aus der Ukraine oder haben Verwandte, Freunde oder Bekannte im Kriegsgebiet“, hieß es zu dem Zeitpunkt. Man sammele Spenden sowie notwendige Dinge, um diese in die Ukraine zu bringen.

Verwendete Quellen:
– Saarbrücker Zeitung
– Webseite von „Mix Markt“
– Telegram-Post im Channel „Dr. Alex Sosnowski“