Risse in Reaktor von Cattenom? Saar-Minister und Luxemburg fordern Aufklärung

In einem Reaktor des Atomkraftwerkes Cattenom in Frankreich nahe der Grenze sind offenbar Risse entdeckt worden. Die luxemburgische Regierung und der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) fordern Aufklärung.
Das Atomkraftwerk in Cattenom ist nur wenige Kilometer vom Saarland entfernt. Foto: Christophe Karaba/dpa-Bildfunk
Das Atomkraftwerk in Cattenom ist nur wenige Kilometer vom Saarland entfernt. Foto: Christophe Karaba/dpa-Bildfunk
Das Atomkraftwerk in Cattenom ist nur wenige Kilometer vom Saarland entfernt. Foto: Christophe Karaba/dpa-Bildfunk
Das Atomkraftwerk in Cattenom ist nur wenige Kilometer vom Saarland entfernt. Foto: Christophe Karaba/dpa-Bildfunk

Der dritte Reaktor im Atomkraftwerk Cattenom, das nur wenige Kilometer vom Saarland entfernt liegt, steht im Verdacht, Risse zu haben. Das berichtet unter anderem der SR. Der Reaktor ist derzeit nicht in Betrieb. Nach Angaben des AKW selbst habe es bei Ultraschallkontrollen Hinweise gegeben, die weitere Untersuchungen erfordern. Dies könne einige Wochen dauern. Risse seien jedoch nicht festgestellt worden. Die luxemburgische Regierung und auch der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) forderten zuvor Aufklärung.

Wie Jost dem SR erklärte, habe er den Direktor des Werkes Jérôme Le Saint nun um Ergebnisse neuer Untersuchungen gebeten. Bereits vor etwa zwei Wochen hatte sich der Minister mit Le Saint in Saarbrücken getroffen. Schon bei dieser Gelegenheit habe Jost die Materialermüdung angesprochen und erklärt, dass er eine Laufzeitverlängerung der Blöcke für nicht vertretbar halte. Eine Nachrüstung auf Stand der Technik sei seiner Ansicht nach nicht möglich. Der Direktor habe erwidert, dass ein Reaktor bei den Zehnjahresinspektionen hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen müsse.

Erst voriges Jahr wurde der dritte Reaktor in Cattenom entsprechend inspiziert. Die Atomaufsicht ASN genehmigte daraufhin die Laufzeitverlängerung auf 40 Jahre. Allerdings wiesen andere Reaktoren bei der Überprüfung im Anschluss Hinweise auf Spannungskorrosion auf. Dabei können sich Risse im Werkstoff bilden, da zugleich Rost und Zugspannungen darauf wirken. Nachdem in einem AKW in Civeau eine solche Korrosion aufgefallen war, legte auch Cattenom den Block 3 Ende März zur Überprüfung still. Er soll wohl erst im August wieder ans Netz gehen.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk