Saar-Fraktionen streiten über mögliche Rückkehr zum Wechselunterricht im Saarland

Aufgrund der sich ausbreitenden Delta-Variante müssen die Corona-Maßnahmen in Schulen nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch eine längere Zeit aufrechterhalten werden. Ob man bei einer Verschärfung des Infektionsgeschehens auch zum Wechselunterricht zurückkehrt, darüber streiten die saarländischen Landtagsfraktionen.
Oskar Lafontaine äußerte auf der gestrigen Landespressekonferenz (28.06.2021) seine Meinung über eine mögliche Rückkehr zum Wechselunterricht in den Schulen im Saarland. Foto: BeckerBredel
Oskar Lafontaine äußerte auf der gestrigen Landespressekonferenz (28.06.2021) seine Meinung über eine mögliche Rückkehr zum Wechselunterricht in den Schulen im Saarland. Foto: BeckerBredel
Oskar Lafontaine äußerte auf der gestrigen Landespressekonferenz (28.06.2021) seine Meinung über eine mögliche Rückkehr zum Wechselunterricht in den Schulen im Saarland. Foto: BeckerBredel
Oskar Lafontaine äußerte auf der gestrigen Landespressekonferenz (28.06.2021) seine Meinung über eine mögliche Rückkehr zum Wechselunterricht in den Schulen im Saarland. Foto: BeckerBredel

Delta-Variante beunruhigt Politik

Die Corona-Zahlen befinden sich aktuell deutschlandweit auf einem Tiefstand. Doch die Politik zeigt sich beunruhigt von der sogenannten Delta-Variante, die die Pandemielage in einigen Ländern wieder verschärft hat, von denen man angenommen hatte, dass sie scheinbar „schon über den Berg seien“. So beispielsweise in Israel, wo die Infektionszahlen seit rund einer Woche trotz hoher Impfquote wieder deutlich ansteigen: „Israel kämpft trotz hoher Impfzahlen mit der Delta-Variante“.

Gesundheitsminister Spahn kündigt Aufrechterhaltung der Corona-Maßnahmen in Schulen an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat daher bereits vor rund einer Woche angekündigt, dass man auch nach den Sommerferien in den Schulen noch Corona-Maßnahmen benötige: „Wir werden eine Zeitlang, gerade im Herbst/Winter, in den Schulen noch Schutzmaßnahmen brauchen“, so Spahn. Im Detail wollte Spahn die möglichen Maßnahmen noch nicht definieren, aber auch eine Rückkehr zum Wechselunterricht steht wohl wieder im Raum. „Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen – sei es Maske, Abstand, Wechselunterricht, Tests vor allem auch – wieder in den Schulbetrieb gehen können“, erklärte der Gesundheitsminister.

Saar-Fraktionen streiten über Rückkehr zum Wechselunterricht

Die Ausbreitung der Delta-Variante und die Äußerungen Spahns haben auch für eine politische Diskussion im Saarland gesorgt. So streiten die Fraktionen des Landtags aktuell darüber, ob eine Rückkehr zum Wechselunterricht im Saarland bei steigenden Infektionszahlen notwendig sei. 

CDU hält Rückkehr zum Wechselunterricht im Saarland für möglich

Bernd Wegner, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU erklärte, dass man eine Rückkehr zum Wechselunterricht an den saarländischen Schulen nicht ausschließen könne. „Wenn die Delta-Variante so gravierend sein sollte, wie sie von einigen Wissenschaftlern eingeschätzt wird, und Kinder in Gefahr kommen, dann müsste man auch diesen Schritt gehen“, so Wegner am Montagabend (28. Juni 2021) auf der Landespressekonferenz.

SPD und Linke lehnen Wechselunterricht kategorisch ab

SPD und Linke lehnen eine Rückkehr zum Wechselunterricht in den saarländischen Schulen hingegen strikt ab. So erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Commerçon, dass man eine Rückkehr zum Wechselunterricht unbedingt verhindern müsse. „Der Wechselunterricht ist mit das Bescheuertste, was wir hatten während der ganzen Zeit“, sagte Commerçon auf der Landespressekonferenz.

Noch schroffere Worte fand der Linkenfraktionschef Oskar Lafontaine. „Die ganzen Heulbojen der Nation, die sich jetzt ständig äußern und warnen, warnen und sich ungemein gefallen darin, zu warnen und nochmal zu warnen, haben keinen Grund eben hier nochmal Panik zu machen wegen der Delta-Variante. Es scheint so zu sein, dass diese Variante ansteckender ist, aber wie gefährlich sie ist, das wissen wir noch garnicht. Insofern: Wir wollen auf jeden Fall die Kinder davor bewahren, dass ihnen weiter Schaden zugefügt wird“, sagte Lafontaine. „Die Kinder haben genug gelitten. Insbesondere die Kinder aus einkommensschwachen Familien. Das ist nicht mehr zu verantworten“, so der Linken-Fraktionsvorsitzende weiter.

Verwendete Quellen:
– Landespressekonferenz vom 28.06.2021
– Deutsche Presse-Agentur