Saar-Kinder danken in Nachkriegszeit: „Saarbrücker Danke-Buch“ von 1946 online

Virtuelle Ausstellung zum „Saarbrücker Danke-Buch von 1946“ ab sofort online   Die Landeshauptstadt Saarbrücken lädt zum Besuch der virtuellen Ausstellung

Virtuelle Ausstellung zum „Saarbrücker Danke-Buch von 1946“ ab sofort online

 

Die Landeshauptstadt Saarbrücken lädt zum Besuch der virtuellen Ausstellung „Das Saarbrücker Danke-Buch von 1946“ unter www.saarbruecken.de/dankebuch auf die städtische Homepage ein.

 

Im Hungerwinter 1946 gestalteten Schülerinnen der damaligen Saarbrücker Mädchenmittelschule Cecilienschule auf Anregung ihrer Kunstlehrerin ein „Danke-Buch“. Mit Briefen, Gedichten und Zeichnungen wollten sie sich für Lebensmittellieferungen aus Irland und der Schweiz bedanken. Die rund 90 Dokumente gelangten auf heute unbekanntem Weg nach Irland, wo sie 65 Jahre später im Nachlass der Irin Mary O’Herlihy wieder auftauchten. Im Jahr 2012 bat ihr Ehemann Tony O‘Herlihy die Deutsche Botschaft in Dublin um Hilfe bei seinen Nachforschungen zur Geschichte des Buchs. So wurde es zurück nach Saarbrücken geführt.

 

Das „Danke-Buch“ und seine spannende Geschichte online erleben

Mit der virtuellen Ausstellung ist das ausführende Kulturamt Corona-bedingt einen neuen Weg gegangen. Ursprünglich sollte sie im Hauberrisser Saal im Saarbrücker Rathaus gezeigt werden. Das ist aufgrund der aktuellen Auflagen nicht möglich. Jetzt präsentiert die virtuelle Ausstellung unter www.saarbruecken.de/dankebuch zahlreiche Informationen rund um das Saarbrücker „Danke-Buch“, das auch zur Aufnahme ins UNESCO-Weltdokumentenerbe vorgeschlagen werden soll.

 

Ein Video auf der Ausstellungsseite führt ins Thema ein und liefert über Interviews und eingeblendete Fotos begleitende Informationen. Mit einem Klick lassen sich die original Seiten des „Danke-Buchs“ aufrufen, zusätzlich erklärt ein Extra-Text seine Geschichte. Zu den online gezeigten Materialien zählt auch der Zeitungsartikel vom 2. August 2012, mit der damals die Suche nach Zeitzeuginnen begann. In der virtuellen Ausstellung finden sich außerdem Informationen über den sogenannten Erinnerungskoffer zum Saarbrücker „Danke-Buch“, der Ideen enthält, um das Buch und seine Geschichte an Schulen vorzustellen.

 

Die Wallenbaumschule im Saarbrücker Stadtteil Malstatt hat sich mit einem Kinder-Kreativprojekt an der Ausstellung beteiligt. Die Schülerinnen und Schüler haben eigene, aktuelle Leporello-„Danke-Bücher“ gebastelt, die zeigen, wofür sie heute dankbar sind. Die Wallenbaumschule liegt benachbart zur Kirchbergschule, in der im Jahr 1946 das „Danke-Buch“ der Mädchen der früheren Cecilienschule entstand.

 

Auch über das Begleitbuch zum „Danke-Buch“ gibt es Informationen. Es wurde von Tony O’Herlihy, Professorin Jutta Ströter-Bender von der Universität Paderborn und dem Saarbrücker Kulturamt veröffentlicht. Das Buch enthält unter anderem Interviews aus dem Jahr 2019 mit den Zeitzeuginnen.

 

Weitere Informationen gibt es auch unter www.saarbruecken.de/schulkultur.