Saarländische Einsatzkräfte unterstützen Evakuierung aus Afghanistan

Die Bundeswehr hat mit der Evakuierung von deutschen Staatsbürger:innen und Ortspersonal aus Afghanistan begonnen. Auch die Saarlandbrigade unterstützt den Einsatz.
Angesichts des rasanten Vormarschs der Taliban in Afghanistan hat die Bundeswehr mit der Evakuierung von Deutschen und afghanischen Ortskräften aus Kabul begonnen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa-Bildfunk
Angesichts des rasanten Vormarschs der Taliban in Afghanistan hat die Bundeswehr mit der Evakuierung von Deutschen und afghanischen Ortskräften aus Kabul begonnen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa-Bildfunk

Die militant-islamistische Taliban hat die afghanische Hauptstadt Kabul schneller erreicht als erwartet. Die Evakuierung von deutschen Staatsbürger:innen und Ortskräften aus Afghanistan muss daher rasch erfolgen. Die ersten Menschen wurden bereits aus dem Land geflogen.

40 Beschäftige der deutschen Botschaft bereits in Sicherheit

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur konnten 40 Mitarbeiter:innen der deutschen Botschaft in der Nacht zum Montag (16. August 2021) nach Katar fliegen. Wenige Stunden später brachen dann die ersten drei Militärmaschinen der Bundeswehr in Richtung Kabul auf. Die Fallschirmjäger:innen sollen die Evakuierung absichern. Darunter sind auch Einsatzkräfte aus dem Saarland.

Saarlandbrigade bei Evakuierung im Einsatz

Die Luftlandebrigade 1 „Saarland“ gehört der sogenannten Division Schnelle Kräfte (DSK) an. „Sie ist die am schnellsten verfügbare Brigade der Bundeswehr für krisenhafte Entwicklungen im Ausland“, heißt es. Stationiert sind die Fallschirmjäger:innen in Saarlouis und Seedorf in Niedersachsen.

Die Einsatzkräfte sollen eine „Luftbrücke“ absichern, die aus Kabul in ein afghanisches Nachbarland und von dort nach Deutschland führt. Die Bundeswehrmaschinen vom Typ A400M bieten dabei 114 Plätze und besonderen Schutz gegen Angriffe von etwa Raketen.

AKK: „Ein gefährlicher Einsatz“

„Fest steht: Es ist ein gefährlicher Einsatz für unsere Soldatinnen und Soldaten“, so das Verteidigungsministerium unter Annegret Kramp-Karrenbauer  (CDU) am Montag auf Twitter. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass die Taliban Evakuierungskräfte in Kabul angreifen könnten, da die US-Truppen wieder verstärkt vor Ort sind.

Operatives Kernteam am Flughafen Kabul

Laut Außenminister Heiko Maas (SPD) soll ein „operatives Kernteam“ der Botschaft in Kabul am militärisch gesicherten Teil des Flughafens bleiben, um die Arbeitsfähigkeit der Botschaft zu erhalten und die Evakuierung zu begleiten. Das eigentliche Botschaftsgebäude wurde inzwischen geschlossen.

Mindestens 100 deutsche Staatsbürger:innen und zahlreiche Ortskräfte

Die Evakuierung betrifft dabei nicht nur das Botschaftspersonal, sondern auch Mitarbeiter:innen von Hilfsorganisationen und Ortskräfte. Bis Sonntag waren Schätzungen zufolge noch 100 deutsche Staatsbürger:innen in Kabul. Wie viele Ortskräfte betroffen sind, ist noch unklar. Es handele sich auf jeden Fall um eine Zahl im vierstelligen Bereich.

So waren allein 1.100 Afghan:innen zuletzt in der staatlichen Entwicklungshilfe in deutschem Auftrag tätig. Hinzu kommen tausende ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr oder der Bundesministerien. Dazu zählen etwa Übersetzer:innen, Fahrer:innen, Köche und Köchinnen oder anderweitig in deutschem Auftrag Beschäftigte.

Taliban kündigt Islamisches Emirat Afghanistan an

Für viele von ihnen sind die Wege ins rettende Kabul bereits versperrt. Die Taliban sind nach ihrem schnellen Eroberungsfeldzug und der Flucht des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani die Macht im Land. Die Miliz kündigte die Einführung eines Islamischen Emirats Afghanistan an, in dem eine neue Verfassung und streng-konservatives, islamisches Recht gelten sollen.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur