Saarländische Forscherinnen gewinnen Informatikerinnenpreis

Durch ihre herausragenden Forschungsergebnisse wurden die beiden saarländischen Informatikerinnen Marlene Böhmer und Noshaba Cheema jeweils mit dem Frauen-MINT-Award der Deutschen Telekom ausgezeichnet.
Noshaba Cheema (links im Bild, Foto: DFKI) und Marlene Böhmer (rechts im Bild, Foto: privat) wurden für ihre herausragenden Forschungsergebnisse ausgezeichnet.
Noshaba Cheema (links im Bild, Foto: DFKI) und Marlene Böhmer (rechts im Bild, Foto: privat) wurden für ihre herausragenden Forschungsergebnisse ausgezeichnet.
Noshaba Cheema (links im Bild, Foto: DFKI) und Marlene Böhmer (rechts im Bild, Foto: privat) wurden für ihre herausragenden Forschungsergebnisse ausgezeichnet.
Noshaba Cheema (links im Bild, Foto: DFKI) und Marlene Böhmer (rechts im Bild, Foto: privat) wurden für ihre herausragenden Forschungsergebnisse ausgezeichnet.

Zwei Informatikerinnen von der Universität des Saarlandes sind für ihre herausragenden Forschungsergebnisse, die sie im Rahmen ihrer jeweiligen Masterarbeit hervorgebracht haben, mit dem Frauen-MINT-Award der Deutschen Telekom ausgezeichnet worden.

Böhmer erhält Preis in der Kategorie „Netze der Zukunft“

Marlene Böhmer untersuchte im Rahmen ihrer Masterarbeit sogenannte cyber-physikalischen Netzwerke. Dabei handelt es sich um Systeme, bei denen mechanische und elektronische Komponenten eng mit informatischen Bestandteilen und Software zusammenarbeiten. Ein Beispiel dafür sind Flugdrohnen, die Videodaten in Echtzeit auf Endgeräte übertragen oder über Sensoren ihre eigene Position im Raum berechnen.

Böhmer beschäftigte sich unter anderem mit der Frage, wie Drohnen verschiedener Hersteller mit anderen Endgeräten kommunizieren und so zum Beispiel Videoaufnahmen unkompliziert übermitteln können. Dabei erforschte sie einen universellen Ansatz, indem sie untersuchte, ob öffentlich zugängliche Übertragungs-Protokolle genauso schnell und zuverlässig arbeiten wie die spezialisierte, vom Hersteller aufgespielte Software. Dabei hat sie sowohl an den Netzwerk-Schnittstellen, als auch mit verschiedenen Kommunikationsprotokollen experimentiert.

„Meine Daten haben gezeigt, dass Open-Source-Protokolle keine wesentlichen Nachteile gegenüber der werksseitigen Konfiguration aufweisen. Das ist eine wichtige Erkenntnis, vor allem, weil die Zusammenstellung der Kommunikationsprotokolle, die ich in meiner Arbeit ermittelt habe, auf viele verschiedene Anwendungen übertragbar sein sollte. Sowohl im Bereich cyber-physikalischer Systeme, als auch darüber hinaus“, fasst die Informatikerin ihre Ergebnisse zusammen.

Cheema erhält Auszeichnung im Bereich der Künstlichen Intelligenz

Eine weitere Auszeichnung ging an Noshaba Cheema von der Universität des Saarlandes. Sie erhielt den Preis in der Kategorie „Artificial Intelligence“. Die Informatikerin hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sie die Ermüdung eines Menschen simulieren kann, während er mit ausgestreckten Armen ein Gerät bedient. Das Besondere: Cheema arbeitet dabei mit virtuellen Agenten, also vom Computer generierten Menschen. Dadurch können reale menschliche Ermüdungsdaten vorhergesagt werden, ohne dass man aufwändig menschliche Bewegungsdaten sammeln muss. Ein Anwendungsfeld ist beispielsweise das Design neuer Bedienelemente für die virtuelle Realität, die erweiterte Realität oder die Industrie 4.0.

„Auch völlig neue Bewegungs-Situationen, für die es noch keine Daten gibt oder geben kann, können wir so erforschen„, sagt Cheema und nennt als Beispiel die Arbeit auf dem Mond oder unter hohem atmosphärischem Druck. Ihre Masterarbeit ist Teil einer wissenschaftlichen Publikation, die auf der ACM Conference on Computer Human Interaction (CHI) veröffentlicht wurde. Die Arbeit fand in Kooperation mit der Games Research und Computergrafik-Gruppe der Aalto University in Helsinki statt.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung der Universität des Saarlandes