Schutz vor Betrugsmaschen: Saar-Polizei gibt Tipps

Wegen der anhaltenden Corona-Krise müssen zahlreiche ältere Menschen die Festtage alleine verbringen. Oft bleibt nur die Verbindung zu den Verwandten über Internet und Telefon. Die Polizei warnt davor, dass Betrüger:innen sich dies zunutze machen wollen und gibt einen Überblick über die gängigen Betrugsmaschen sowie Tipps, wie man sich und seine Angehörigen schützt.
Die Polizei im Saarland warnt vor Betrugsmaschen gegen ältere Menschen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Die Polizei im Saarland warnt vor Betrugsmaschen gegen ältere Menschen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Die Polizei im Saarland warnt vor Betrugsmaschen gegen ältere Menschen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Die Polizei im Saarland warnt vor Betrugsmaschen gegen ältere Menschen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Betrüger:innen wollen Corona-Krise ausnutzen

Die Corona-Krise sorgt dafür, dass Weihnachten 2020 ein anderes Fest als in den Jahren zuvor wird. Viele ältere Menschen müssen zu Hause bleiben und können auch nicht Besuch in gewohntem Umfang empfangen. Es bleibt da oft nur die Verbindung über Telefon und Internet, um mit den Angehörigen und Bekannten in Kontakt zu treten. Laut Angaben der Polizei wollen sich Betrüger:innen dies zunutze machen, um Straftaten zum Nachteil der älteren Generation zu begehen.

Beispiele für Betrugsmaschen

Die saarländische Landespolizei hat gängige Betrugsmaschen gegenüber älteren Mitbürger:innen zusammengefasst:

Falsche Polizeibeamte: der „Falsche Polizeibeamte“, der am Telefon versucht, die meist  lebensälteren Opfer dazu zu bewegen, Geld, Schmuck oder andere  Wertgegenstände zu übergeben. Meistens wird behauptet, in der Nachbarschaft sei eingebrochen worden und die Polizei müsse das Vermögen sichern, bevor die Einbrecher zu den Angerufenen kämen. Oft wird auch behauptet, in der Bank seien Komplizen der Einbrecher und deshalb müsse man sein Geld schnell dort abheben  und der Polizei übergeben.

–  Enkeltrick: der vermeintliche „Enkel“, der wegen eines vorgetäuschten  finanziellen Engpasses oder in einer Notlage dringend Geld benötigt.

Falsche Gewinnversprechen: der scheinbare Notar oder Rechtsanwalt, der behauptet, man habe  einen hohen Geldbetrag, ein Auto oder eine Reise gewonnen. Vor  Auszahlung oder Übergabe des Gewinnes sei jedoch eine Verwaltungsgebühr fällig.

Vorgetäuschte Unglücksfälle: der „Schockanrufer“, der erklärt ein naher Verwandter sei  verunglückt bzw. habe einen schweren Unfall erlitten und nun  bräuchte er dringend Geld für eine Operation oder den Schadensausgleich.

Neben diesen wohl bekanntesten Begehungsweisen gibt es viele Varianten der Telefonabzocke sowie Betrügereien an der Haustür, Bestellbetrug, Betrug an Geldautomaten, Kreditkartenbetrug und falsche Microsoft-Mitarbeiter. In der Corona-Pandemie sind neue Begehungsformen nicht auszuschließen, wie das Erschwindeln von Geldbeträgen wegen einer angeblichen COVID 19-Erkrankung oder das Ergaunern von Weihnachtsgeschenken in Form von Bargeld.

„Aufklärung ist das A und O“

Das wichtigste zur Verhinderung solcher Taten ist eine bestmögliche Aufklärung. Die saarländische Polizei bittet darum, dass Angehörige und Kontaktpersonen der älteren Menschen, diese über mögliche Betrugsmaschen aufklären. Am besten ist es, wenn Senior:innen in solchen Fällen stets ihre Angehörigen kontaktieren und über die Vorfälle berichten. Diese sollen sich wiederum in allen Fällen (also nicht nur bei Erfolg der Täter:innen) an die Polizei wenden. Jeder Hinweis kann die Ermittlungen unterstützen und zur Überführung der Betrüger:innen beitragen.

Tipps zum Schutz gegen Betrugsmaschen

Die saarländische Landespolizei hat eine Liste von Tipps erstellt, die vor Betrugsmaschen schützen sollen:

– Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint.
– Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte  Personen.
– Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter der 110 oder Ihre örtliche Polizeidienststelle an. Nutzen Sie hierfür nicht die Rückruffunktion.
– Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!
Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern.
Zahlen Sie keine Gebühren bzw. wählen Sie keine gebührenpflichtigen Sonderrufnummern. Diese beginnen z.B. mit
der Vorwahl: 099…, 0180…, 0137…
– Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon
– Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
– Weisen Sie unberechtigte Geldforderungen zurück.
– Sichern Sie sich ab, indem Sie einen angeblichen Vertragsabschluss widerrufen und wegen arglistiger Täuschung
anfechten. Verbraucherzentralen bieten dazu Musterschreiben an.
Kontrollieren Sie mindestens einmal im Monat ihre Kontoauszüge und Ihre Telefonrechnung.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung des Landespolizeipräsidiums des Saarlandes