„Schwenker Open-Air“ – Exil-Saarländer veranstalten Event in Berlin

Drei Saarländer im Exil holen sich ein Stückchen Saarland ins neue Zuhause. Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin versammeln sich am 9.September - dem „Tag der Heimat" - Saarländer und Saarland-Liebhaber, um gemeinsam die Schwenker zu schwingen.
Schwenken ist saarländisches Kulturgut. Jetzt soll es endlich in der Bundeshauptstadt ankommen. Foto: avda-Foto/Flickr.
Schwenken ist saarländisches Kulturgut. Jetzt soll es endlich in der Bundeshauptstadt ankommen. Foto: avda-Foto/Flickr.
Schwenken ist saarländisches Kulturgut. Jetzt soll es endlich in der Bundeshauptstadt ankommen. Foto: avda-Foto/Flickr.
Schwenken ist saarländisches Kulturgut. Jetzt soll es endlich in der Bundeshauptstadt ankommen. Foto: avda-Foto/Flickr.

Saarländer im Exil
Widrige Umstände führen immer wieder dazu, dass es Saarländer ins Exil treibt. Beliebtes Ziel: die Bundeshauptstadt. Nicht nur die Dichte an Schwaben, sondern auch die saarländische Population Berlins ist bemerkenswert. Auch außerhalb des Bundestags.

Doch trotz allem, was die große Stadt zu bieten hat (Gerüchten zufolge gibt es dort ein Straßenbahnnetz mit mehr als einer Linie), kommt bei den Exil-Saarländern auch mal Sehnsucht nach dem schönsten Bundesland Deutschlands auf. Und wie könnte man diesem Heimweh besser Abhilfe schaffen, als mit einer großangelegten Schwenker-Offensive?

Das „Schwenker Open-Air“ auf dem Tempelhofer Feld
Das dachten sich auch die drei Neu-Berliner Basta, Alex und Gregor aus dem Saarland an einem heißen Sommertag, der nur so nach Schwenkern vom Schwenker schrie. Die Drei hatten sich während des Studiums an der Uni Saarbrücken kennengelernt.

Vor etwa sechs Jahren verschlug es sie dann aus genannten widrigen Gründen (Beruf, Studium, Karriere) nach Berlin. „Wir hatten einfach Bock mit ein paar Leuten zusammen zu schwenken„, beschreibt Basta SOL.DE den Ursprung der Idee, die zu einem ungewöhnlichen Event führte.

Am 09. September – dem „Tag der Heimat“ – veranstalten die Drei das „Schwenker Open-Air“ auf dem Gelände des stillgelegten Flughafens Berlin-Tempelhof (hier könnte ein Witz über Berliner Flughäfen stehen, aber das ist uns zu billig).

Die Idee: Exil-Saarländer und „Menschen, die schon einmal im Saarland waren (und sich dadurch zwangsweise ins Saarland verliebt haben)“, schwenken gemeinsam auf der Grillfläche des Tempelhofer Felds. Über eine Facebook-Veranstaltung sollen Schwenk-Freunde akquiriert werden um die Frage zu klären: „Wie viele Saarländer bekommen wir zusammen?

„Kein Schwein weiß hier, was Schwenken ist“
Neben dem Get-Together mit Gleichsinnten, steht für das Trio vor allem interkultureller Austausch im Mittelpunkt. Saarländische Kultiviertheit und Kulinarik trifft auf Berliner Urbanität und Lebensgefühl. „Kein Schwein weiß hier, was Schwenken ist“, beklagt Basta. Die Vorrichtung des Schwenkgrills sei dem ein oder anderen geläufig, aber mit der hohen Kunst des Schwenkens können in Berlin nur wenige etwas anfangen.

Hier muss Abhilfe geschaffen werden! Und so machen sich die Botschafter des saarländischen Kulturguts auf, um aus allen Gemeinden des Saarlandes Vertreter auf dem Grill- bzw. Schwenkplatz zu versammeln. Natürlich sind auch Freunde aus den restlichen Teilen der Republik willkommen. Denn das Open-Air soll auch Nicht-Saarländern die Schönheit unseres Bundeslandes näherbringen.

Das Saarland soll ins richtige Licht gerückt werden
Das Image des Saarlandes soll durch die Schwenker-Initiative gerade gerückt werden. Jan Böhmermann hat das Bundesland bekannter gemacht. Allerdings ist das Bild, das der Satiriker und Moderator verbreitet – sagen wir mal – durchwachsen. Erklärungsversuche, warum Jan Böhmermann das Saarland hasst, gibt es viele. Fest steht: Der Ruf des Landes hat gelitten.

Basta, Alex und Gregor wollen den neuen Bekanntheitsgrad nutzen um „das richtige Bild in Berlin zu vermitteln.“ Die drei Exil-Saarländer leisten damit also einen unverzichtbaren Beitrag zur Repräsentation des Saarlandes in Berlin und auch über die Grenzen dieses seltsamen Kunstprojektes im Osten hinaus.

Schwenker Open-Air als Demo gegen Nationalismus
Nun hat das Schwenker Open-Air auch eine politische Dimension. Das Event wurde offiziell als Demo angemeldet. Der Hintergrund: Das Schwenker Happening findet am „Tag der Heimat“ statt. Der Heimatbegriff wurde und wird zunehmend von rechtsgerichteten Gruppen verwendet und hat dadurch einen nationalistischen Anstrich erhalten. „Heimat“ – das ist herkunftsbezogene Identität und diese schließt „eine pluralistische, multiethnische Gesellschaft“ aus.

Die Veranstalter wollen sich „für einen Heimatbegriff und eine Heimat ohne Nationalismus und Rassismus“ einsetzen. Das Schwenker Open-Air soll darum ein für eine friedliche und weltoffene Heimatverbundenheit stehen. Das Motto der Demo: Reclaim „Heimat“! Als Preis für das schönste Plakat winkt den Demonstraten – ganz heimatverbunden – ein Ring Lyoner.

Schwenkt mit!
Basta schätzt aktuell, dass bei guter Witterung an die 100 Teilnehmer mit ihren Schwenkern nach Tempelhof pilgern. An dieser Stelle also unser Aufruf an alle Exil-Saarländer in Berlin: Helft mit das Saarland bestmöglich im „Ausland“ zu vertreten! Schnappt euch eure Schwenker und genießt ein Stückchen weltoffene Heimat in der Ferne.

„Schwenker Open-Air“ in Berlin:
Wo: Grillfläche Tempelhofer Feld – Oderstraße
Wann: Sonntag, 9. September 2018
Warum: „Ei wegge dem Spass ana Freud!“
Anmeldung (optional):
SchwenkerOpenAir.de