Trotz angespannter Corona-Lage: nächste Woche großer Streik an der Uniklinik Homburg

In der kommenden Woche wird die Universitätsklinik des Saarlandes trotz der angespannten Corona-Lage bestreikt. Das kündigte die Gewerkschaft Verdi am heutigen Samstag (13. November 2021) an. Grund für den Streik sind die schlechten Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern. Darüber hinaus ärgere man sich über "eklatant unverschämte Aussagen", wie es in einer aktuellen Verdi-Mitteilung heißt.
Die Beschäftigten der Uniklinik des Saarlandes werden kommende Woche streiken. Symbolfoto: picture alliance / dpa | Sebastian Gollnow
Die Beschäftigten der Uniklinik des Saarlandes werden kommende Woche streiken. Symbolfoto: picture alliance / dpa | Sebastian Gollnow

Streik an der Uniklinik Homburg 

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten und Auszubildenden der Uniklinik des Saarlandes zu einem eintägigen Streik aufgerufen. Demnach sollen die Beschäftigten des Universitätsklinikums ihre Arbeit von Dienstag (16. November 2021, 6.00 Uhr) bis zum Mittwoch (17. November 2021, 5.59 Uhr) niederlegen.

Nur „Minimal-Notdienst“ für Patient:innen

In der gesamten Dauer des Streiks soll es nur eine minimalste Besetzung zum Schutz der Patient:innen geben. Dies geschehe laut Verdi nur aufgrund des hohen Verantwortungsbewusstseins der Belegschaft und dürfe unter keinen Umständen darüber hinwegtäuschen, dass die Uniklinik-Mitarbeitenden „sehr wütend und verärgert“ sind, wie es in der aktuellen Mitteilung von Verdi heißt.

Tarifstreit und „eklatant unverschämte Aussagen“ Auslöser des Streiks

Auslöser des Streiks an der Uniklinik sei laut Verdi, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TDL) sämtliche Forderungen der Gewerkschaft abgelehnt und noch nicht einmal ein Gegenangebot vorgelegt habe. Besonders verärgert sei man über Aussagen aus den letzten Länder-Verhandlungen, dass es keine Probleme an den Unikliniken gäbe und dass die Bezahlung schon sehr gut sei. Zudem soll laut Verdi geäußert worden sein, dass man für die Pflege schon genug gemacht hätte und es keine Personalprobleme gäbe.

„Diese eklatant unverschämten Aussagen, angesichts der Corona-Pandemie, gegenüber ausgelaugten Kolleginnen und Kollegen, wird zu Recht als eine unverzeihliche Unverschämtheit empfunden“, erklärt Frank Hutmacher, der für das Gesundheitswesen zuständige Fachbereichsleiter bei Verdi.

Verdi: Beschäftigte werden sich nicht abspeisen lassen

Er kündigt an: „Die Kolleginnen und Kollegen werden sich als Dank für ihre gefährliche Arbeit in der Pandemie nicht mit einem Reallohnverlust abspeisen lassen. Wir wollen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen ein Plus von 300 Euro“, so der Gewerkschafter.

Hutmacher habe bereits am Donnerstag den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans und die Gesundheitsministerin Monika Bachmann um Unterstützung gebeten. „Es ist unverantwortlich, wenn die Arbeitgeber in dieser Situation die Atmosphäre weiter eskalieren lassen. Wir sollten uns alle der damit verbundenen Gefahren bewusst sein“, so Hutmacher abschließend.

Verwendete Quellen:
– Informationen der Gewerkschaft Verdi vom 13.11.2021