Virologe: „Saarland-Modell“ ist „mutig“, aber zu groß

Zwiespältig sieht der Virologe Martin Stürmer die Pläne des Saarlandes, die Corona-Regeln nach Ostern wieder lockern zu wollen. Die Grundidee sei nicht schlecht, Lockerungen müssten aber kleiner und gezielter erfolgen.

Der Virologe Martin Stürmer hat die geplanten Corona-Lockerungen im Saarland als sehr mutig bezeichnet. „Es ist wahrscheinlich von der Grundidee gar nicht so schlecht. Dass wir endlich einmal anfangen, nicht immer nur zuzumachen, sondern uns auch einmal Gedanken machen, wie es weitergeht“, sagte er am Freitag (26. März 2021) im Inforadio vom „rbb“.

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So lockert das Saarland nach Ostern [/legacy_code]

Virologe rät von Beschluss für ganzes Bundesland ab

Er rate aber davon ab, die Regelung gleich flächendeckend für das ganze Bundesland zu beschließen. „Ich finde, man sollte erstmal versuchen, das Infektionsgeschehen insgesamt wieder in den Griff zu bekommen. Auch wenn jetzt das Saarland eine niedrige Inzidenz hat, heißt es ja nicht, dass das so bleiben muss“, meinte Stürmer. „Deswegen würde ich erstmal runterfahren und aber gleichzeitig ebensolche Modelle nicht aus den Augen verlieren – aber ich würde sie kleiner und gezielter machen.“

Lage in Frankreich angespannt

Stürmer verwies auf die angespannte Lage im Nachbarland Frankreich. Dort gebe es eine „große Prävalenz“ (Überlegenheit) der südafrikanischen Virus-Variante: „(…) die auch insgesamt sehr unangenehm ist, was die Verbreitung angeht und möglich ist auch, dass der Impfstoff nicht mehr ganz so gut funktioniert. Da muss man aufpassen, dass die Variante nicht deutlich stärker reindrückt, wenn wir zu viel lockern“, betonte der Frankfurter Virologe.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur
– rbb: Interview mit Martin Stürmer, 26.03.2021