Wegen Nazi-Vergangenheit: Ernst Röchling soll Ehren-Titel an Saar-Uni aberkannt werden

Ernst Röchling soll seine Ehrensenatorwürde an der Uni des Saarlandes verlieren. Das Studierendenparlament stimmte einem entsprechenden Antrag der „Linken Liste“ zu. Röchling war zusammen mit seinem Onkel Hermann wegen Kriegsverbrechen verurteilt worden.

Das Studierendenparlament der Universität des Saarlandes hat mehrheitlich dafür gestimmt, Ernst Röchling den Titel des Ehrensenators abzuerkennen. Jetzt muss der Uni-Senat sich positionieren, berichtet der „SR“.

Rolle von Ernst Röchling im Nationalsozialismus

Ernst war der Neffe des Saar-Industriellen Hermann Röchling. Beide wurden nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt. Sie hatten während der Zeit des Nationalsozialismus besetzte Länder wirtschaftlich ausgeplündert und die Misshandlung französischer Zwangsarbeiter in den „Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke“ (heute: Völklinger Hütte) mindestens toleriert. Ernst gründete 1963 eine Stiftung an der Saar-Uni, die sich mit der Förderung der deutsch-französischen Verständigung beschäftigt. Er starb 1964.

Auch Welsch verlor Ehrensenatorwürde

2018 wurde bereits dem ehemaligen Ministerpräsidenten Heinrich Welsch die Ehrensenatorwürde wegen seiner Rolle in der NS-Diktatur aberkannt. Die Entscheidung des Studierendenparlaments bezüglich Ernst Röchling geht auf eine Initiative der „Linken Liste“ zurück.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– Facebook-Seite der Linken Liste – SDS & Unabhängige Saar
– Wikipedia: Ernst Röchling
– Wikipedia: Hermann Röchling
– Website der Universität des Saarlandes: Ehrensenatoren

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