Rätsel um Todesursache von Mirco Nontschew – wohl weder Suizid noch Gewalttat

Noch ist weiter unklar, woran Komiker Mirco Nontschew gestorben ist. Laut einem Medienbericht gibt es keine Anzeichen für Suizid oder Fremdverschulden. Der 52-Jährige soll sich zuletzt in einer Klinik aufgehalten haben.

Der Komiker hinterlässt zwei Töchter. Foto: Britta Pedersen/dpa-Bildfunk

Eineinhalb Tage nach dem Fund der Leiche von Mirco Nontschew ist die Todesursache noch unklar. Wie die „Bild am Sonntag“ aus Polizeikreisen erfahren haben will, gebe es keine Anzeichen für Suizid oder für Fremdverschulden.

Feuerwehr findet toten Nontschew

Angehörige hatten sich mehrere Tage lang Sorgen um den Komiker gemacht und schließlich Einsatzkräfte alarmiert. Die Feuerwehr fand den leblosen Körper des 52-Jährigen in einer Dachgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus in Berlin-Steglitz.

Leiche soll obduziert werden

Die Polizei leitete ein Todesermittlungsverfahren ein. Nontschews Leiche soll jetzt obduziert werden. Laut Medienbericht habe sich Nontschew angeblich vor Kurzem in einer Klinik aufgehalten. In welchem Krankenhaus er war und warum, ließ das Blatt offen.

RTL ändert Programm

Zum Gedenken an Nontschew ändert RTL sein Programm. Noch für die Nacht von Sonntag auf Montag (6. Dezember 2021) kündigte der Privatsender in seinem Hauptprogramm eine 40-minütige Sondersendung an: „In Liebe an Mirco Nontschew“. Sie soll um Mitternacht, nach Günther Jauchs letztem Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen“, kommen. Anschließend sollen bis zum frühen Morgen mehrere „Best of RTL Samstag Nacht“-Folgen wiederholt werden.

Nontschew zuletzt in „LOL“ zu sehen

Zuletzt brachte Nontschew viele beim Streamingdienst Amazon Prime Video in dem von Michael „Bully“ Herbig präsentierten Format „LOL – Last One Laughing“ zum Lachen. Erst vor Kurzem hatte Nontschew, der zweifacher Vater war, dort an der Seite von Kolleg:innen wie Anke Engelke, Carolin Kebekus, Hazel Brugger, Christoph Maria Herbst, Abdelkarim und Olaf Schubert die neue Staffel abgedreht, die Anfang 2022 ausgestrahlt werden soll.

Es ist die dritte Staffel des Formats und Nontschews zweite. Bei der Comedy-Show geht es darum, dass die Kandidat:innen gemeinsam über mehrere Stunden zusammen sind. Sie müssen sich zum Lachen bringen, dürfen selbst aber nicht lachen. Wer zweimal erwischt wird, fliegt raus. Übrig bleibt, wer sich das Lachen verkniffen hat.

Komiker spielte auch in „7 Zwerge“

In den Nullerjahren spielte Nontschew den Zwerg Tschakko in den Kinofilmen „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ sowie „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“. In den Filmen wirkte er neben Kollegen wie Otto Waalkes, Ralf Schmitz, Martin Schneider, Heinz Hoenig sowie Nina Hagen und Cosma Shiva Hagen mit.

Durchbruch mit „RTL Samstag Nacht“

Nontschew kam 1969 in Ost-Berlin auf die Welt. Sein Vater stammte aus Bulgarien. Ende der 80er war der agile Nontschew als Breakdancer unterwegs. Hugo Egon Balder wurde damals beim Fernsehsender RTL auf ihn aufmerksam. 1993 wurde er so Ensemble-Mitglied der Comedy-Show „RTL Samstag Nacht“, die mit ihren albernen Sketchen neue Maßstäbe im Fernsehen setzte. Weggefährten waren damals zum Beispiel Wigald Boning, Olli Dittrich, Tanja Schumann, Esther Schweins und Stefan Jürgens.

Balder trauert

Balder schrieb am Samstag bei Instagram: „Mirco war der erste, der von Jacky und mir als Produzenten von „RTL Samstag Nacht“ ins Team geholt wurde. Ich bin fassungslos, unendlich traurig und jetzt einfach nur stumm.“

2001 erhielt Nontschew bei Sat.1 seine eigene Sendung „Mircomania“. Später war er auch in der Improvisationscomedy „Frei Schnauze“ bei RTL dabei, danach auch im Sat.1-Comedy-Format „Die dreisten Drei“.

2010 erzählte Nontschew der Deutschen Presse-Agentur, er habe sich einst erst daran gewöhnen müssen, auf der Straße erkannt zu werden. „Das war damals wirklich neu für mich und manchmal sehr anstrengend. Diese Anonymität, die mir verloren gegangen ist, hätte ich gerne manchmal wieder“, so Nontschew damals.

Von den Internetmöglichkeiten in Sachen Freundschaft hielt er nicht viel. Er „gehöre zu der Generation, die gerne mal Leute anruft oder trifft“, betonte er damals. „Ich habe auch nicht 20.000 Freunde, sondern ich habe drei. Und das reicht mir auch.“

Verwendete Quellen:
– Bild am Sonntag
– eigener Bericht
– Deutsche Presse-Agentur