Wie die Kartoffel ins Saarland kam

Aus der saarländischen Küche ist sie nicht wegzudenken, die Kartoffel – oder auch „Grumbeere“. Doch wie kamen die beliebten Knollen eigentlich an die Saar? Das ist die Geschichte dazu:

Fotos: Werner Johann

Mit einer symbolischen Übergabe von historischen Saatkartoffelsorten hat „Slow Food Saarland“ erst kürzlich an die Ankunft der „Grumbeere“ im Saarland erinnert. Der Hintergrund: vor 325 Jahren fanden die Knollen ihren Einzug in die hiesigen Felder und Küchen, wie aus einer Mitteilung des Vereins vom Dienstag (12. Oktober 2021) hervorgeht. Die Geschichte dazu:

In Bischmisheim fing alles an

Den Angaben zufolge ist der Saarbrücker Stadtteil Bischmisheim jener Ort, „an dem 1696 die Einführung der Kartoffel in der Region ihren Anfang nahm“. Laut „Slow Food Saarland“ geht das aus dem Buch „Sagen an der Saar“ von Karl Lohmeyer hervor. Darin finde sich die Erwähnung, dass 1696 die erste Kartoffel von einem Bauer aus Bischmisheim von Frankfurt am Main aus ins Saarland mitgebracht und dem Dorfpfarrer Beltzer-Winkelsaß übergeben wurde. Dieser soll die Knollen „nach und nach vermehrt“ haben.

Jubiläum soll an Tradition im Saarland erinnern

Wie „Slow Food Saarland“ ebenso mitteilte, soll das Jubiläum „325 Jahre Kartoffeln an der Saar“ an die lange Tradition der „Grumbeere“ hierzulande erinnern. In diesem Zusammenhang habe der Verein jüngst auch die symbolische Übergabe von historischen Saatkartoffelsorten in Bischmisheim initiiert: „‘Slow Food Saarland‘ übergab nun in Vertretung des evangelischen Pfarrers an Delf Slotta, den Ratsvorsitzenden der Stiftung Schinkelkirche, alte Kartoffelsorten“, hieß es. Diese würden nun  an die Evangelische Kindertagesstätte weitergereicht, um sie – wie bereits 1696 – „nach und nach zu vermehren“.

Auch bei der Übergabe anwesend: Manfred Jost, ehrenamtlicher Beigeordneter des Regionalverbandes Saarbrücken. Passend zum „Grumbeer“-Jubiläum führte er aus: „Grumbeerkichelcher, Dibbelabbes, Stammbes, Durchenanner, Hoorische und Gefillde, wer kennt sie nicht, die Eckpfeiler der saarländischen Gourmetküche“. Ohne die „Grumbeere“ laufe laut Jost „da kulinarisch nix“. Seiner Auffassung nach gilt für die Politik, „entsprechende Initiativen zu unterstützen und mit dafür Sorge zu tragen, dass diese herrliche Knolle auch 325 Jahre nach ihrer Ankunft im Saarland ein fester Bestandteil der hiesigen Küche bleibt.“

Aktuelles zu der Aktionsreihe rund um „325 Jahre Kartoffel an der Saar“ findet ihr auf der Facebook-Seite von „Slow Food Saarland“.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung von „Slow Food Saarland“, 12.10.2021