Bis zu 20 Prozent Sprit sparen – Das sollten Autofahrer beachten

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine führt zu neuen Turbulenzen auf den Ölmärkten. In der Folge steigen die Preise an den Tankstellen auf immer neue Rekordhöhen. Zumindest ein wenig Abhilfe für den Geldbeutel könnten Tipps des ADAC schaffen. Der Automobilclub verspricht: bis zu 20 Prozent Kraftstoff sparen sei "ganz einfach".
Die Kraftstoffpreise in Deutschland bewegen sich derzeit auf hohem Niveau. Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg
Die Kraftstoffpreise in Deutschland bewegen sich derzeit auf hohem Niveau. Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Steigende Spritpreise im Land

Wer derzeit an den deutschen Zapfsäulen tankt, muss tief in den Geldbeutel greifen. Im Saarland etwa kostet der Liter „Super (E5)“ im Durchschnitt zwei Euro, so der Stand vom heutigen Montagmorgen (7. März 2022). Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise zu Steuersenkungen aufgefordert. Und auch Die Linke schlägt Alarm. Fraktionschef Dietmar Bartsch fordert eine Reduzierung der Energiesteuer auf Sprit.

Doch für viele Autofahrer:innen und Co. gibt es derzeit keine bis wenig Alternativen. Am Samstag (5. März 2022) hatte der jüngste Preisanstieg an den Zapfsäulen in Luxemburg dafür gesorgt, dass eine Ersparnis etwa für Saarländer:innen weitaus geringer ausfällt als noch am Freitag. Eine Übersicht der aktuellen Preise an den Tankstellen des Großherzogtums findet ihr an dieser Stelle. 

ADAC gibt Tipps: So kann man Sprit sparen

Während man den Spritpreisen an sich nichts entgegenwirken kann, so lässt sich beim Autofahren selbst Kraftstoff sparen„ganz einfach bis zu 20 Prozent“, verspricht der ADAC. Dazu listet der Automobilclub auf seiner Webseite mehrere Tipps auf:

Fahrweise optimieren

Der erste Tipp: „Optimieren Sie Ihre Fahrweise“, so der ADAC. Damit ist gemeint, dass Autofahrende „flott“ beschleunigen und rechtzeitig hochschalten sollten – bei einer Drehzahl von etwa 2.000 U/min. Anschließend sei die gewählte Geschwindigkeit bei niedrigen Drehzahlen beizubehalten, um sparsam zu fahren. „Schalten Sie erst dann zurück, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt“.

Vorausschauend fahren

In diesem Zusammenhang laute die Devise: „Bremsen vergeudet Energie“. Hinterm Steuer sollte so lange wie möglich die sogenannte Motorbremswirkung genutzt werden. Staat abrupt abzubremsen, sei es sinnvoll, frühzeitig vom Gas zu gehen. Etwa bestehe die Möglichkeit, das Auto „die letzten paar hundert Meter bei eingelegtem Gang auf eine Ortschaft“ zurollen zu lassen.

Im Leerlauf Motor ausschalten

Dauert die Leerlaufzeit voraussichtlich länger als 20 Sekunden, sollte der Motor ausgeschaltet werden. Das ist etwa an Bahnübergängen sogar vorgeschrieben.

Unnötige Elektrik auslassen

„Eingeschaltete elektrische Geräte und andere Verbraucher“ kosten Sprit, so der ADAC. Dazu zählen laut Automobilclub-Webseite unter anderem Klimaanlage und Komforteinrichtungen. Je nach Modell und Technik könne etwa eine Klimaanlage zu einem Mehrverbrauch von „etwa 0,3 bis 1,5 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer“ führen. „Eine Standheizung kostet etwa einen Mehrverbrauch 0,2 bis 0,5 Liter pro Stunde“, heißt es. Um die Sprit-Rechnung nicht unnötig in die Höhe treiben zu lassen, werde empfohlen, entsprechende Einschaltzeiträume der Extras auf das „notwendige Maß“ zu begrenzen. An der Scheibenheizung, dem Scheibenwischer sowie an der Beleuchtung sollte hingegen nie gespart werden.

Ladung/Gesamtgewicht reduzieren

Jedes Stück mehr im Auto bedeute mehr Gewicht und mehr Kraftstoffverbrauch – ob Getränkekisten oder Kleinkram. „Also am besten alles raus, was Sie nicht brauchen“, rät der ADAC. Bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch würden sich durch 100 Kilo Zusatzlast ergeben. Insbesondere im Stadtverkehr wirke sich Gewicht negativ auf den Spritverbrauch aus. „Jedes Anfahren, jede Beschleunigung kostet also extra Sprit“.

Korrekten Luftdruck beachten

Ein weiterer Tipp: Regelmäßig sollte der Luftdruck in den Reifen kontrolliert werden. Wer mit zu wenig Luft fährt, erhöht laut Automobilclub den Verbrauch des jeweiligen Autos. Bereits 0,3 bar zu wenig würden für unnötigen Mehrverbrauch sorgen. „Um zusätzlich Kraftstoff zu sparen, können Sie den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Reifenluftdruck moderat erhöhen, sofern dies in der Bedienungsanleitung beschrieben ist“, heißt es.

Wann ist Tanken am günstigsten?

Ansonsten rät der ADAC dazu, den richtigen Zeitpunkt zum Tanken zu wählen. Dadurch lasse sich „viel Geld sparen“. Besonders profitabel sei das Tanken zur richtigen Uhrzeit für Fahrer:innen von Benziner-Pkw. Die günstigste Phase gibt der Automobilclub zwischen 18.00 und 19.00 Uhr beziehungsweise 20.00 und 22.00 Uhr an. Im Vergleich zum teuersten Zeitpunkt (07.00 Uhr) könne man so mehr als sieben Cent je Liter sparen. Für Fahrer:innen von Diesel-Fahrzeugen gelten laut Auswertung dieselben Tageszeiten. Allerdings seien die Preisspitzen morgens sowie abends „etwas schwächer ausgeprägt als bei Benzin“. Hier sei eine Ersparnis von „nur“ rund 6,50 Cent pro Liter möglich.

Verwendete Quellen:
– Webseite des ADAC
– Deutsche Presse-Agentur
– eigene Berichte