Glatteis und Schneefall am Mittwoch sorgten für Verkehrschaos

Der Wetterdienst hat in Rheinland-Pfalz am Mittwoch vor Glatteis und Schnee gewarnt. Bei einem Unfall im Eifelkreis ist ein Menschen gestorben. Wie ist die Lage auf den Straßen?
Es herrscht Ausnahmezustand auf den Straßen. Symbolfoto: Jason Tschepljakow/dpa
Es herrscht Ausnahmezustand auf den Straßen. Symbolfoto: Jason Tschepljakow/dpa
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Tödlicher Unfall durch winterliche Straßenverhältnisse

Glatteis und Schnee haben im Bundesland für Probleme auf den Straßen gesorgt. Bei einem Unfall auf glatter Straße ist ein Transporter-Fahrer in der Eifel ums Leben gekommen. Der 34-Jährige sei bei Bauler in einer Kurve mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt, teilte die Polizei in Bitburg mit. Es herrschten „winterliche Straßenverhältnisse“, hieß es. Was die Lage in RheinlandPfalz noch beeinflusst hat:

Wie war das Wetter?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Mittwoch (17. Januar 2024) vor extremem Glatteis und vor starkem Schneefall. Es sei mit gefrierendem Regen und Glatteisbildung zu rechnen. „Straßen können stellenweise unpassierbar sein. Unter anderem können Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen“, schrieb der DWD auf seiner Homepage. „Vermeiden Sie alle Autofahrten! Fahren Sie nur mit Winterausrüstung!“

War RheinlandPfalz auf das Wetter vorbereitet?

Der Winterdienst in RheinlandPfalz war wegen der Unwetterwarnungen in voller Besetzung im Einsatz. Alle zur Verfügung stehenden 475 Winterdienstfahrzeuge seien in Rufbereitschaft versetzt worden, teilte Franz-Josef Theis, Geschäftsführer vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), mit. „Die Streuhallen sind gut gefüllt, so dass keine Engpässe beim Streusalz zu erwarten sind“, hieß es vom LBM. Ziel sei es, die Straßen zwischen 6 Uhr und 22 Uhr befahrbar zu machen. Der Winterdienst in der Region hat den Einsatz schon sehr früh begonnen – so auch in Trier. Seit 3.45 Uhr waren zwei, statt wie normal eine, Schichten im Einsatz. Sie waren am gestrigen Mittwoch bis in die späten Abendstunden unterwegs. Dennoch appellierte der LBM an die Menschen, auf nicht zwingende Fahrten zu verzichten.

Feuerwehren stockten Personal auf

Die Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten in Mainz und Rheinhessen hatten ebenfalls zusätzliche Vorkehrungen getroffen. Die Leitstelle in Mainz sei wegen zu erwartender Notrufe personell aufgestockt worden, teilte die Feuerwehr am Mittwoch mit. Die Feuerwehr habe zusätzliches Personal mit weiteren Fahrzeugen in Dienst genommen. Da besonders mit vermehrten medizinischen Notfällen durch Stürze sowie mit längeren Fahrtzeiten der Rettungsdienste zu rechnen sei, seien ehrenamtliche Einheiten des Katastrophenschutzes alarmiert worden.

Wie war die Lage draußen?

Die meisten Menschen schienen sich an die Empfehlung des DWD zu halten. In der Trierer Stadt etwa waren deutlich weniger Autos und Fußgänger unterwegs als sonst. Einige Menschen gerieten bei Regen, Schneematsch und Eis ins Schlittern, obwohl auf vielen Bürgersteigen schon vorsorglich am Dienstagabend gestreut worden war. In der Innenstadt blieben Geschäfte geschlossen.

Wie sah es im Verkehr aus?

Abgesehen von dem tödlichen Unfall in der Eifel zogen die Polizeistationen mittags vielerorts ein vorsichtig positives Fazit. „Viele Nebenstraßen sind spiegelglatt, geparkte Autos sind mit einem Eispanzer überzogen“, schrieb etwa die Polizei Mainz auf Whatsapp. „Insgesamt herrscht sehr wenig Verkehr, da die Meisten gut vorbereitet waren.“ In Trier gab es vereinzelt Unfälle, bei denen es glücklicherweise bei Blechschäden blieb.

Luxemburg verhängt Durchreiseverbot für Lkw

Lkw mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen sollen die Autobahn 64 nicht mehr anfahren. Laut Polizei sei gestern kein Durchkommen nach Luxemburg mehr möglich gewesen, da dort ein Fahrverbot für Lkw verhängt wurden ist. Die Lastwagen hatten sich am Morgen über mehrere Kilometer gestaut, meldeten die Beamt:innen via X (ehemals Twitter).

Wetter sorgte für Fahrausfälle bei den Zügen und Bussen

Wie die Verkehrsverbünde mitteilten, kam es in ihren Zuständigkeitsbereichen zu einigen Fahrausfällen wegen Schnee und Glätte. Fast alle Busunternehmen in der Region Trier stellten den Betrieb ab etwa 11.00 Uhr ein, einzig in Trier selbst fuhren laut VRT weiterhin Busse. Auch die Moselbahn fuhr nicht mehr, hieß es.

Kamen Schülerinnen und Schüler noch zu ihren Abi-Prüfungen?

Eisregen, Glätte und Schnee haben zu Unterrichtsausfall in RheinlandPfalz geführt. Beim Blick auf das gesamte Bundesland habe es jedoch ein sehr heterogenes Bild gegeben, teilte die Schulaufsichtsbehörde ADD mit. Die Schulen im Land seien teilweise geöffnet und teilweise geschlossen gewesen. Bei den Schulen, die einen regulären Unterricht anboten, seien die Schülerinnen und Schüler jedoch aufgrund des winterlichen Wetters nur teilweise erschienen. Der Transport der Kinder im Förderschulbereich sei wegen der Straßenglätte überwiegend nicht gefahren. Sollte der DWD für Donnerstag eine erneute Unwetterwarnung herausgeben, könnte es nochmals zu Unterrichtsausfall kommen, kündigte die ADD an.

Die Abiturprüfungen an den Schulen in RheinlandPfalz sind am Mittwoch trotz der Unwetterwarnung ohne Probleme durchgeführt worden. Die Schulen hätten nahezu ausnahmslos vollzählige Schülerschaften gemeldet, teilte das Bildungsministerium auf Anfrage in Mainz mit. Nach einer Abfrage am Morgen in den Schulaufsichtsbezirken seien keine Abwesenheiten von Abiturientinnen und Abiturienten aufgrund der Wetterlage gemeldet worden.

Schulen entscheiden eigenständig

Das Bildungsministerium hatte mit Blick auf das winterliche Wetter erklärt, die Schulen könnten eigenständig entscheiden, ob der Unterricht am Mittwoch stattfindet oder nicht. Die Abiturprüfungen im Fach Englisch würden aber wie geplant durchgeführt, da ein Verschieben der Prüfungstermine nicht verhältnismäßig sei.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur
– eigener Beitrag