Großes Aufräumen nach Tornado im Saarland: So ist die aktuelle Lage in Urexweiler

Einen Tag nach dem verheerenden Tornado in Urexweiler haben am Freitag die Aufräumarbeiten begonnen. So ist die momentane Lage vor Ort:
Der Tornado hat für viele Schäden gesorgt. Fotos: Florian Blaes/newstr
Der Tornado hat für viele Schäden gesorgt. Fotos: Florian Blaes/newstr

Tornado im Nordsaarland: Allein 53 Einsätze in Urexweiler

Durch Urexweiler ist am gestrigen Donnerstagnachmittag ein Tornado der Kategorie „F1“ gezogen. „Zunächst war nur ein umgestürzter Baum gemeldet, das kommt schon mal vor, wenn ein Gewitter durchzieht“, erzählt Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer im Gespräch mit unserem Schwesterportal news-trier.de (kurz: „newstr“). „Doch dann kam ein Notruf und Alarm nach dem anderen herein und die Feuerwehr Urexweiler gab Rückmeldung: Das ist nicht nur ein umgestürzter Baum, hier geht die Welt unter“, so Schäfer. Sogleich wurde Großalarm auch für viele Feuerwehren aus den Nachbarlandkreisen ausgerufen.

Die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und viele ehrenamtliche Helfer:innen waren bis 02.00 Uhr am Freitagmorgen im Einsatz. „Wir haben versucht, mit Planen die Dächer abzudecken, denn es gab ja immer wieder teils kräftige Regenschauer“, schildert Schäfer. Und das gelang den Kräften vor Ort auch.

Die aktuelle Lage im Ort

Einen Tag später: Die Redaktion von „newstr“ macht sich auf den Weg nach Urexweiler. Man fährt an der A1 ab und weiter durch Marpingen. Dann geht es in das Dorf. Wo soll denn hier ein Tornado gewesen sein? Nichts ist zu sehen, keine Schäden und keine Arbeiter:innen auf den Dächern. Doch dann fährt man in die Ortsmitte und kommt durch die Illingerstraße. Auf Höhe eines Autohauses erkennt man dann die Spuren des Unwetters. Hinter dem Autohaus ist ein Buchenwald. Ein Treffen mit dem Ortsvorsteher Christian Bost (CDU): „Genau hier muss der Tornado sich gebildet haben. Zog dann über das Autohaus hinweg durch die Illingerstraße, wieder runter ins Tal durch die Grubenstraße und weiter über Wiesen, Felder und Wälder zur L130 in Richtung Remmesweiler“.

Egal wohin man schaut, man hört Motorsägen und das Gehämmer auf den Dächern. In den betroffenen Straßen stehen unzählige Dachdecker-Firmenwagen aus dem ganzen Saarland. Hebebühnen so weit das Auge reicht und an einem, wirklich schwer betroffenen Haus, muss ein Gerüst angebracht werden, um alle Schäden beseitigen zu können.

Umweltministerin macht sich ein Bild der Lage vor Ort

Oberhalb der Grubenstraße stehen die Umweltministerin Petra Berg (SPD) gemeinsam mit dem Landrat Udo Recktenwald, dem Bürgermeister Volker Weber, dem Ortsvorsteher Christian Bost, Dirk Schäfer, Kreisbrandinspekteur und weitere Verantwortliche zusammen. Sie machen sich zum einen ein Bild von der Lage, danken zum anderen den vielen Helfer:innen und versuchen schon, eine erste Analyse zu schaffen. Bereits gestern kam Innenminister Reinhold Jost (SPD) nach Urexweiler. Schräg gegenüber wurde ein kleiner privater Wald hinter den Häusern „klein gemacht“. Hier kommt ein Bagger zum Einsatz, um aufzuräumen.

Dorfgemeinschaft hält zusammen

Dazu nochmals den Ortsvorsteher Christian Bost im Gespräch: „Wir hatten schon mal ein kleines Windereignis, aber ein solches Szenario, das gab es hier Urexweiler noch nie.“ Weiter erzählt: „Es gibt hier im Ort derzeit zwei geteilte Ortsgruppen. Zum einen sind es die Betroffenen, die mit der Welt teilweise fertig und schockiert sind. Zum anderen der Rest des Dorfes als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Es ist großartig, zu sehen, wie die Dorfgemeinschaft zusammenhält.“

Wald „abrasiert“

Die Arbeiten im Ort werden wohl noch das ganze Wochenende anhalten. Und dann gibt es noch die gesperrte L130 zwischen Urexweiler und Remmesweiler. Hier ist der Tornado langgezogen und hat ebenfalls eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. So wurde unter anderem ein mehr als 4,5 Hektar großes Waldgebiet wörtlich „abrasiert“. Die Bäume liegen hier kreuz und quer. Teilweise komplett entwurzelt und viel wie Streichhölzer umgeknickt. Die Aufräumarbeiten haben am Freitagmorgen begonnen, werden aber wohl noch Tage andauern. So lange bleibt die Strecke gesperrt. Hier besteht derzeit Lebensgefahr. 

Verwendete Quellen:
news-trier.de

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