„Ampel auf Rot“: Intensivstationen im Saarland vor Überlastung

Den Intensivstationen im Saarland droht eine Überlastung. Es fehlt an Personal, das sich um die Patient:innen kümmern kann. Die interne Corona-Ampel des saarländischen Gesundheitsministeriums ist im Non-Covid-Bereich nun sogar erstmals „auf rot“ geschaltet worden.

Die Situation in den saarländischen Krankenhäusern verschärft sich. Symbolfoto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael

Notfallmediziner im Saarland schlagen Alarm

Die Notfallmediziner:innen im Saarland schlagen Alarm. Wie der „Saarländische Rundfunk“ am heutigen Donnerstag (18. November 2021) berichtete, hat das Landeskompetenzzentrum des saarländischen Gesundheitsministeriums deshalb die interne Ampel für den Non-Covid-Bereich auf den Intensivstationen erstmals auf Rot geschaltet.

Im Bereich der Covid-Patient:innen stufen die Expert:innen die Lage auf den Intensivstationen erstmals nicht mehr mit grün, sondern mit gelb ein. Im Saarland liegen aktuell 26 Covid-Erkrankte auf einer Intensivstation. Von ihnen müssen 21 beatmet werden.

Stark steigende Corona-Zahlen könnten zur Überlastung des Gesundheitssystems führen

Aufgrund der stark steigenden Corona-Fallzahlen im Saarland (aktuell Höchstwerte in allen Bereichen: „Corona-Lage im Saarland verschärft sich: Inzidenz wieder auf neuem Höchststand“) befürchten die Expert:innen des Lageberichts in den nächsten Wochen eine „drohende Überlastung der Krankenhäuser“.

Personalmangel in den Krankenhäusern

Demnach fehle es vor allem an Personal in den Kliniken, um die vielen Patient:innen zu betreuen. Schon jetzt drohe die Situation, dass Operationen verschoben werden müssten. Da die Zahl der Corona-Neuinfektionen aktuell extrem steigt, liegt es nahe, dass sich die Lage in den Krankenhäusern ebenfalls zeitnah noch einmal drastisch verschärfen wird. Deswegen fordern die Kliniken die Politik dazu auf, „auf die Bremse zu treten“, da die Situation sonst heikel werde.

Frust und Überlastung des Krankenhauspersonals

Für zusätzliche Probleme könnte die fortdauernde Überlastung des Krankenhauspersonals sorgen. Die Kräfte in den Krankenhäusern arbeiten nun bereits mehr als 1,5 Jahre am Limit. Bereits vor der Corona-Krise herrschte Frust bezüglich der Arbeitsbedingungen. Streiks wie der an der Homburger Uniklinik am vergangenen Dienstag („Streik an der Uniklinik Homburg – nur Notversorgung möglich“) zeigen, dass die ohnehin schon dünne Personaldecke in den Kliniken noch fragiler werden könnte, wenn sich die Bedingungen nicht verbessern.

Verwendete Quellen:
– Bericht des „SR“